Zeckenbiss und FSME - Zeckenplage droht

Zeckenbiss und FSME

FSME Zeckenbiss

Milder Winter - Zeckenplage droht

Der warme Winter läßt Zecken in diesem Jahr sehr frühzeitig aktiv werden. Selbst in den Wintermonaten Dezember und Januar wurden Fälle von Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gemeldet. Bereits "ab etwa 7 Grad Celius Bodentemperatur besteht Infektionsgefahr, denn dann suchen sich Zecken einen Wirt" erklät Professor Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Jena. Die milden Winter-Temperaturen lassen für das gesamte Frühjahr und den Sommer eine hohe Zecken-Population erwarten. "Dadurch steigt das FSME-Infektionsrisiko noch weiter an", sagt auch Professor Dr. Horst Aspöck vom Hygieneinstitut der Medizinischen Universität Wien.

Die durch Zeckenbiss hevorgerufene Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ist folglich auf dem Vormarsch. Das Robert-Koch-Institut meldet, dass sich die Zahl der FSME-Erkrankungen seit dem Jahr 2004 fast verdoppelt hat. Das Virus kann zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung führen.

FSME Zeckenbiss Holzbock Die Zecke (genauer gesagt der gemeine Holzbock oder Ixodes ricinus) lauert am Waldrand, im Gebüsch und auf Wiesen und Feldern auf Warmblüter. Selbst der eigene Vorgarten ist vor ihnen nicht sicher. Meist begnügt sich die Zecke mit Mäusen, Kühen oder Wildtieren. Doch auch der Mensch passt in das Beuteschema der Zecke. Durch Zeckenbisse besonders gefährdet sind Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten. also Spaziergänger, Hobbysportler, Camper und Feld- bzw. Waldarbeiter. Aber auch Kinder sind in besonderem Maße vom Zeckenbiss gefährdet. Beim Spielen halten sich die Kinder meist nicht an befestigte, ungefährlichere Wege. Doch viele Eltern denken zwar an den FSME-Schutz ihrer Kinder, vernachlässigen sich aber selbst. Dabei kann eine FSME-Infektion durch Zeckenbiss bei Erwachsenen viel dramatischer verlaufen als bei Kindern.

Ein Biss durch eine infizierte Zecke genügt, um das FSME-Virus auf den Menschen zu übertragen. Nach etwa vier bis 14 Tagen treten Grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, so wie leichtes Fieber oder Magen-Darm-Beschwerden auf. Das Gefärliche in diesem Stadium: Die Betroffenen glauben meist an einen harmlosen Infekt und sparen sich zunähst den Arztbesuch. Der Zeckenbiss ist schnell vergessen oder wurde teilweise gar nicht bemerkt.

Nach einer kurzen Ruhepause dringen die FSME-Viren in das zentrale Nervensystem ein. Hier könen sie eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung hervorrufen, die sich durch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber oder Nackensteifigkeit ankündigt. Möliche Folgen könen Sprach-und Bewußtseinsstörungen, dauerhafte Lähmungen und bei etwa zwei Prozent der Betroffenen der Tod sein.

Dabei steigt mit fortschreitendem Lebensalter das Risiko für schwerwiegende Komplikationen. Die Sterblichkeitsrate bei durch Zeckenbiss hervorgerufene FSME ist bei Personen über 50 Jahren 15-mal höher als bei Betroffenen unter 50 Jahren.

Risiko FSME Zeckenbiss Gegen den FSME-Virus existiert bislang keine Behandlungsmöglichkeit. Lediglich die Beschwerden können gelindert werden. Möglichst sollten Zeckenbisse vermieden werden. Dabei können lange Hosen und Ärmel, hohes Schuhwerk helfen. Nach Möglichkeit sollte Unterholz und hohes Gras gemieden werden. Nach einem Besuch in Wald und Flur sollte man Körper und Kleidung nach Zecken und Anzeichen von Zeckenbissen absuchen. Doch all das bietet nur geringen Schutz, denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es immer zum Zeckenbiss kommen. In diesem Fall sollte die Zecke sorgfältig entfernt werden, die Stelle des Zeckenbisses desinfiziert und Zeitpunkt und Ort notiert werden. Die Entfernung der Zecke sollte bei Unsicherheit von einem Arzt vorgenommen werden.

Lesen Sie weiter: FSME-Impfung

FR, 6.3.2009


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