Atemtherapie

Atemtherapie

Unser Wohlbefinden ist zuallererst von der Atmung abhängig. Die Atmung wird vom Gehirn gesteuert, und geschieht unbewusst. Erst bei Problemen mit der Atmung, wie Kurzatmigkeit oder Erkältungen nehmen wir die Atmung wahr.

Atemtherapie

Atemtherapie ist ein Heilverfahren um Beschwerden oder Krankheiten, die mit der Atmung zusammenhängen, zu lindern oder zu heilen. Besonders in der Psychotherapie, aber auch bei alternativen Heilmethoden wird mit Hilfe der Atmung die Selbsthilfe und die Selbsterkenntnis gefördert.

Bereits seit Jahrtausenden wird im asiatischen Raum die Atemtherapie gelehrt und angewendet. Vor allem in Verbindung mit Bewegungstechniken wie Yoga und Qi Gong war es eine sehr anerkannte Methode zur Heilung von Krankheiten und zur Meditation. Bereits früh wurde erkannt, dass Atemübungen sehr gut mit Bewegungsübungen kombiniert werden können, und dadurch Beweglichkeit und Atemkapazität gesteigert werden können. Friedrich Nietzsche (1844-1900) war in Europa einer der ersten, der die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele erkannte, und die Grundzüge der Leibphilosophie formulierte. Im 19. Jahrhundert wurde vor allem in Deutschland und in der Schweiz ein Fortschritt in der Atem- und Bewegungstherapie erzielt. Wesentliche Zusammenhänge zwischen Körperhaltung und Atmung wurden vor allem im Theater beobachtet. Es entwickelten sich unabhängig voneinander verschiedene Richtungen der Atemtherapie, die alle die Atmung, den Körper und die Seele als Ganzes betrachten.

Die Wirkung der medizinischen Atemtherapie besteht aus einer Verbesserung der Atemmechanik, der Sekretlösung und tieferen Atmung. Durch eine tiefere Atmung werden Herz, Gehirn und Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt und leistungsfähiger.Weiterhin wirkt die Atemtherapie als Pneumonieprophylaxe. In der Medizin ist die Atemtherapie ein fester Bestandteil, vor allem in der Chirurgie und in der inneren Medizin. Hier werden die Patienten angehalten, die Bauchatmung auszuführen zur Verbesserung der Vitalkapazität. Auch bei orthopädischen Erkrankungen ist die Atemtherapie kombiniert mit Bewegungstherapie ein wichtiger Bestandteil der Therapie, da hier zusätzlich zur Verbesserung der Atemfunktion eine Verbesserung der Brustkorbbeweglichkeit erzielt wird. Bei Asthmatikern bewirkt eine langsame tiefe Ausatmung eine Verminderung des Asthmaanfalls, und eine Beseitigung der Luftnot.

Auch in der Schwangerschaft, vor allem unter der Geburt hilft die Atemtherapie der werdenden Mutter besser mit dem Eröffnungsschmerzen und den Geburtsschmerzen zurechtzukommen. Gleichzeitig führt die während der Wehen und Pressphasen ausgeführte Atmung zu einer Lockerung des Gewebes im Geburtskanal und erleichtert die Geburt.

Ohne die Atemtherapie ist die Behandlung von psychischen Erkrankungen, Erschöpfungszuständen oder durch übermäßigen Stress verursachte Erkrankungen undenkbar. Obwohl die Atmung zentral gesteuert wird, und ohne bewusstes Handeln funktioniert, lässt sie sich bewusst steuern und beeinflussen. Verschiedene Variationen der Atemtherapie stehen zur Auswahl. Sie unterscheiden sich in ihrer Anwendung, haben aber alle als Ziel eine verbesserte Atmung mit den dadurch verbundenen Verbesserungen für den Körper und die Seele. Die Atemtherapie bewirkt eine ausgeglichene Balance zwischen einer Über- und Unterspannung der Muskulatur. Bei Angstzuständen bewirkt die Atemtherapie eine bewusstere Analyse der angstauslösenden Faktoren, die dann wirksam gelindert oder geheilt werden können. Auch in der Tiefenpsychologie spielt die Atmung und somit die Atemtherapie eine wesentliche Rolle. In der Entspannungstherapie erlernen die Patienten in ihren Körper reinzuhören, und Herzschlag und Muskelspannung zu vermindern.

Zahlreiche Techniken der Atemtherapie werden angeboten. So können Patienten unter Anleitung von geschulten Atemtherapeuten Erfahrbarer Atem nach Middendorf, Eutonie nach Gerda Alexander oder Intuitives Atmen nach Karl Scherer erlernen. Je nach Variation sollen so Gefühlsblockaden gelöst werden, und eine Harmonisierung zwischen Körper, Geist und Seele erreicht werden. Holotropes Atmen nach Stanislav Grof soll den Patienten transpersonale Erfahrungen ermöglichen, und die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisieren. Auch beim Meditieren erfolgt ein Ausgleich der Atmung, und gibt dem Patienten Gelegenheit auf die sein Inneres zu hören, um dann auch eventuell mit geklärtem Geist wichtige Entscheidungen treffen zu können.

/ Redaktion, 01.07.2009


Artikel Beauty und ....

Bewerten Sie den Artikel Artikel Beauty und ....


RateRateRateRateRateRateRateRateRateRate - Bewertet: 5 auf der Skala 0 bis 5. Dies entspricht einer prozentualen Bewertung von 100% bei 3 abgegebenen Stimmen.


Empfehlen und folgen:


Med-Kolleg bei Twitter












Den Beitrag "Beauty und ...." mit Facebook Kommentieren

Special Beauty und Wellness

Lesen Sie mehr in unserem Special Beauty & Wellness.

   © 2003-2013 Med-Kolleg - med-kolleg.de Gesundheitsportal - Atemtherapie