Alexander Fleming (1881-1955) – Der Entdecker des Penicillins

Sir Alexander Fleming, der Entdecker des Penicillins, wurde 1881 im schottischen Lochfield geboren. Da die Familie arm war, arbeitete Fleming zuerst bei einer Schifffahrtsgesellschaft, bevor ihm sein Onkel ein Medizinstudium am St. Mary’s Hospital in Paddington ermöglichte.
Ab 1901 absolvierte er sein Studium, das er 1906 mit dem Abschlussexamen bestand. Anschließend arbeitete er als Arzt im Hospital weiter, wobei er sich auf Infektionskrankheiten spezialisierte. Der Direktor des St. Mary’s Hospital war zu der Zeit der Mikrobiologe Sir Almroth Edward Wright. Fleming wurde 1946 sein Nachfolger, nachdem er bereits 1921 zum Stellvertretenden Leiter des Instituts ernannt worden war. In der Anfangszeit beschäftigte sich Fleming vor allem mit der Untersuchung von Hühnerei-Eiweiß. Er isolierte das Enzym Lysozym, das auch in vielen menschlichen Körperflüssigkeiten enthalten ist.

Der erste Weltkrieg brachte eine Unterbrechung in der Arbeit Flemings: Er wurde Hauptmann im Royal Armya Corps. Nach dem Krieg kehrte er als Dozent für Bakteriologie an das St. Mary’s Hospital zurück.
Im Jahr 1948 wurde das Institut umbenannt in Wright-Fleming-Institute. Bis zu seinem Tod arbeitet Fleming weiter im St. Mary’s Hospital, als Leiter der bakteriologischen Abteilung.

1928 machte Alexander Fleming die Entdeckung seines Lebens: Als er einmal unter einer Erkältung litt, setzte er Eitererreger in einer Kultur an und sah, dass die Kultur Schimmelpilze angesetzt hatte. Diese Schimmelpilze hatten die Eitererreger abgetötet!
Ein Jahr später veröffentlichte Fleming seine Entdeckung, konnte aber keine Erklärung für dieses Phänomen anbieten und auch nicht sagen, wie man diesen Pilzextrakt isolieren und herstellen konnte. Deshalb blieb ihm die Anerkennung für seine Arbeit erst einmal versagt.
Aber 1940 gelang genau das der Oxforder Gruppe: Ernst Chain und Howard Florey gelang die Isolation und auch die Herstellung des von Fleming entdeckten Wirkstoffes, der seitdem als Penicillin bekannt ist.
1941 konnte schon der erste Patient durch das neue Wundermittel geheilt werden, und unzählige Verwundete während des zweiten Weltkrieges verdankten der Entdeckung Flemings ihr Leben. Ohne den Einsatz von Penicillin wären sie an ihren eiternden Wunden gestorben.
Aber nicht nur bei Wundeiterungen vollbrachte das neue Medikament wahre Wunder, sondern auch bei vielen Infektionskrankheiten. Bis heute ist Penicillin das Mittel der Wahl bei diesen Befunden.

Nun kam auch die öffentliche Anerkennung für den Entdecker:
1944 wurde Fleming in den Adelsstand erhoben und durfte sich fortan Sir Alexander Fleming nennen.
Der Höhepunkt seiner Karriere aber war die Verleihung des Nobelpreises für Medizin, den er 1945 zusammen mit Ernst Chain und Howard Florey für die Entdeckung des Penicillins verliehen bekam.
Zwölf amerikanische und europäische Universitäten ernannten Fleming zum Ehrendoktor.
Er wurde zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion und der Ehrendirektor der schottischen Universität Edinburgh.

Fleming war Mitglied der Freimaurer. Von 1925 an gehörte er der Santa Maria Freimaurer Loge an und ab 1936 auch der Misericordia Lodge. Auch bei den Freimaurern brachte er es weit: 1942 wurde er zum Ersten Großschaffner der Vereinigten Großloge von England. Und 1948 wurde er sogar zum Großaufseher ernannt.

Sir Alexander Fleming starb am 11. März 1955 in London an einem Herzinfarkt. Ihm wurde die besondere Ehre zuteil, in der St. Paul’s Cathedral beigesetzt zu werden.

 

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