Dr. Edward Donnal Thomas

Dr. Edward Donnal Thomas wurde am 15. März 1920, als einziges Kind des in zweiter Ehe verheirateten Arztes Dr. Edward E. Thomas, in dem kleinen Dorf Mart bei Waco in Texas geboren. Er besuchte eine kleine High-School-Klasse mit 15 Personen, in er sich nicht durch besondere Leistungen auszeichnete. 1937 begann Dr. Thomas mit seinem Studium in Austin an der Universität Texas, das er 1941 mit dem B.A. und 1943 mit dem M.A. abschloss.

Nach seinem Studium war er gezwungen aufgrund der herrschenden Depression verschiedene Jobs anzunehmen. Er heiratete Dorothy Martin und aus dieser Verbindung kamen drei Kinder zur Welt: Don Jr., Jeffrey und Elaine.
Von 1943 bis 1949 ging Dr. Thomas an die Medizinische Hochschule Harvard. Danach folgte ein Praktikum, ein Jahr Ausbildung in der Hämatologie unter Dr. Clement Finch, zwei Jahre bei der Armee, ein Jahr am Technischen Institut von Massachusetts, zwei Jahre medizinische Gebietsansässigkeit und danach als Leiter der Peter Bent Brigham Klinik in Boston. Während dieser Zeit lernte er den Chirurgen Dr. Joseph Murray kennen, mit dem er das Interesse an der Transplantationsmedizin für Knochenmark bei Leukämie teilte.
Diese Leidenschaft wurde intensiviert durch Dr. Sydney Farber, der ihm eine Zusammenarbeit in einem Labor des neuen Jimmy Found Gebäudes ermöglichte. Bei ihm sah er das erste Kind mit lymphatischer Leukämie.
Während seiner Jahre am MIT arbeitete Dr. Thomas unter der Leitung von Dr. John Loofborrow an verschiedenen Faktoren, um Knochenmark beeinflussen zu können.
Besonders faszinierten ihn die Forschungsergebnisse von Dr. Leon Jacobsen und anderen, die Stimulatoren für die Knochenmarksfunktion fanden. 1955 veröffentlichten Main und Prehn eine Studie, die zeigte, dass Mäuse durch eine Knochenmark-Infusion gerettet werden konnten.
Im Jahr 1955 ging Dr. Thomas auf Einladung von Dr. Joseph Ferrebee an das Maria-Krankenhaus in New York und arbeitete mit ihm zusammen an Knochenmark-Transplantationen bei Menschen und Hunden. Außer bei Zwillingen stellte sich schnell heraus, wie schwierig diese Transplantationen sind.
1963 wechselte Dr. Thomas aufgrund einer Einladung des Endokrinologens Professor Dr. Robert Williams nach Seattle. Dieser stellte die nötigen Verbindungen zwischen den einzelnen Instituten her und Dr. Thomas begann mit seiner Arbeit. Von da an ging es mit den Forschungserfolgen rasch voran: Patienten mit fortgeschrittener Leukämie, aplastischer Anämie oder genetischen Krankheiten konnten nun durch Knochenmark-Transplantationen geheilt werden. Nach einigen Schwierigkeiten wechselte sein Team 1975 in das Fred Hutchinson Cancer Research Center und ging eine Kooperation mit dem Schwedischen Hospital Center ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dr. Thomas 4.000 Knochenmark-Transplantationen mit seinen Kollegen durchgeführt.

Dr. Thomas wurde 1980 mit dem „Charles F. Kettering Prize“ der General Motors Cancer Research Foundation ausgezeichnet. 1987 gelang es ihm, den weltberühmten Tenor Josè Carreras mit einer autologen Stammzelltransplantation von dessen akuter Leukämie zu heilen.

Die Forschungsergebnisse und der damit verbundene Nobelpreis für Physiologie und Medizin von 1990, den er zusammen mit Dr. Joseph E. Murray erhielt „für ihre Einführung der Methode der Übertragung von Gewebe und Organen als klinische Behandlungspraxis in die Humanmedizin“ zeugen von einer über 20 jährigen intensiven Forschung und Hartnäckigkeit, für die die betroffenen Menschen ihm sehr dankbar sind.

 

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