Ernst Ruska (1906-1988) – Entwickler des Elekronenmikroskops

Ernst August Friedrich Ruska, der durch die Erfindung des Elektronenmikroskops bekannt geworden ist, wurde am 25. Dezember 1906 als zweites von sechs Kindern von Julius und Elisabeth Ruska geboren. Er hatte selbst fünf Kinder, die heute alle noch leben.

Friedrich Ruska absolvierte sein Abitur am humanistischen Gymnasium in Heidelberg und trat im Anschluss sein Studium der Elektrotechnik an. Er studierte von 1925 bis 1927 an der Technischen Hochschule in München und setzte sein Studium in Berlin fort. Ein Jahr nach seinem Wechsel beschäftigte er sich mit Hochspannungs- und Vakuumtechnik und entwickelte unter der Leitung von Dr. Max Knoll, der später auch bei der Entwicklung des Elektronenmikroskops eine ausschlaggebende Rolle spielen sollte, in einer Gruppe von Dozenten ein Hochleistungskathodenstrahloszilloskop.

Durch seine erste wissenschaftliche Arbeit, die sich mit der Busch’schen Theorie über die Wirkung einer elektromagnetischen Spule als Elekronenlinse auseinandersetzte und die er 1928/1929 durchführte, kam er zu grundlegenden Erkenntnissen für die Entwicklung der Polschuhlinse, die noch heute in magnetischen Elektronenmikroskopen verwendet wird.. Im Anschluss an weitere erkenntnisreiche Arbeiten, die er zusammen mit Dr. Max Knoll durchgeführt hatte, baute er 1931 das erste Elektronenmikroskop. Zwei Jahre darauf war seine Entwicklung so weit vorangeschritten, dass eine bessere Auflösung als bei einem Lichtmikroskop erreicht wurde. Heute ist die Auflösung eines Elektronenmikroskops 2.000-mal so hoch wie bei einem gewöhnlichen Lichtmikroskop.

1933 bis 1937 arbeitete er für die Fernseh-AG in Berlin-Zehlendorf, für die er Empfangs- und Senderöhren sowie spezielle Photozellen entwickelte. Zusammen mit Dr. Bodo von Borries, der 1931/1932 Assistent von Dr. Max Knoll war, erreichte er bei der Siemens & Halske AG die Durchsetzung einer Entwicklungsstelle für Elektronenmikroskopie in Berlin-Spandau. Dort entstand das erste serienmäßig hergestellte Elektronenmikroskop. 1940 wurde ein Gastinstitut gegründet, in dem mit Wissenschaftlern verschiedener Nationalitäten gemeinsam gearbeitet wurde. Ruska kümmerte sich dabei um die Entwicklung und den Bau seiner Erfindung, sodass fünf Jahre später bereits 35 Institute mit Elektronenmikroskopen ausgestattet werden konnten.

Das Elmiskop I, das mittlerweile in 1.200 nationalen und internationalen Instituten verwendet wird, wurde infolge eines Wiederaufbaus dieser Entwicklungsstelle nach dem Krieg entwickelt und 1954 fertig gestellt. Um sein Werk weiter entwickeln zu können, arbeitete er an wissenschaftlichen Instituten wie der Deutschen Akademie für Wissenschaften in Berlin-Buch und dem heutigen Fritz-Haber Institut in Berlin-Dahlem, an dem er 1957 Direktor des Instituts für Elektronenmikroskopie wurde. In der Zeit von 1949 bis 1971 hielt er Vorlesungen an der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin, die Inhalte der Elektronenoptik und Elektronenmikroskopie vermittelten. 1974 trat er in den Ruhestand.

Ernst Ruska wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter der Nobelpreis für Physik 1986, den zur einen Hälfte er für die Entwicklung des Elektronenmikroskops, zur anderen Hälfte Dr. Gerd Binnig und Dr. Heinrich Rohrer für die Entwicklung des Raster-Tunnel-Mikroskops verliehen wurde.

Ruska starb am 27. Mai 1988, nachdem er lange an Krebs gelitten hatte. Begraben wurde er auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf.

Heute wird von der 1949 auf Initiative von Prof. Bodo von Borries gegründeten Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie e. V. alle zwei Jahre der Ernst-Ruska-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Elektronenmikroskopie verliehen.

 

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