Robert Koch – Pionier der Wissenschaft

Robert Koch, Bakteriologe und Wissenschaftler, wird geboren am 11.Dezember 1843. In bürgerlicher Atmosphäre wächst er inmitten von 12 Geschwistern und seinem Vater, dem Bergamtsleiter Hermann Koch sowie seiner Mutter Mathilde, auf.
Als er 1866, nach einem knapp 4-jahrigem Medizinstudium sein Staatsexamen absolviert, wurde er 1867 praktischer Arzt und wechselte von Hannover, nach Potsdam um sich schließlich in Rakwitz niederzulassen. Nach 3 Jahren im Jahr 1870 meldetet er sich zum Freiwilligendienst, wurde Lazarett-Arzt und betreute die verwundeten Soldaten im Deutsch-Französischem Krieg.

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1872 nahm er eine Tätigkeit als Kreisarzt in Wollstein (Polen) auf, wo er bis 1880 diese medizinische Tätigkeit, wahrnahm.

1876 wütete der gefährliche Milzbrand-Erreger unter den Rindern. Obwohl dieser bereits 1849 bei Schafen entdeckt wurde, konnte der Erreger, – bis Robert Koch ihn genau beschrieb und analysierte, – nicht richtig zugeordnet werden. Robert Koch war der Erste, der das Bakterium genau definieren konnte.

Durch die verfeinerte mikroskopische Arbeit und die Entwicklung neuer Verfahrenstechniken, beschrieb er den Milzbranderreger als stäbchenförmiges Bakterium. 1877 veröffentlichte er nun seine Forschungsergebnisse an der Universität in Breslau. Nun war man in der Lage dem Bakterium entgegenzutreten. Ebenfalls in diesem Jahr, wurden die ersten Mikroskopiefotos angefertigt.

Im Jahr 1880 wurder er zum Amtsarzt, im kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin, berufen.

Im gleichem Jahr, wurde eine Publikation von ihm erstellt, indem er neue Verfahrenstechniken, in Bezug auf die Anlage von Bakterienkulturen beschrieb. Nun war die Grundlagenforschung in der Lage, verschiedene Bakterienstämme zu kultivieren und zu unterscheiden. 2 Jahre später gelang der Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Aufgrund der von Robert-Koch publizierten Forschungsarbeiten, konnten neue Therapiemöglichkeiten geschaffen werden.

Eine Expedition 1883 führte ihn nach Indien. Er hatte im Auftrag der britischen Regierung einen Forschungsauftrag – aufgrund einer dort wütenden Choleraepidemie – angenommen. Cholera war bereits seit 1817 in Europa bekannt und man erhoffte sich, durch Robert Kochs Forschungsarbeiten neue Erkenntnisse über diese Krankheit.
1884 gelang ihm der Nachweis des Erregers.

Nach seiner Rückkehr, wurde er Professor an der Berliner Universität und wurde zum Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten. Dort zählten zu seinen Mitarbeitern u.a. Emil Behring und Paul Ehrlich, die ebenfalls den Nobelpreis erhielten.

1890 stellte Robert Koch ein Heilmittel vor, von dem er sich große Wirksamkeit im Kampf gegen die Tuberkulose erhoffte. Es war das Tuberkulin, dass allerdings nicht diese Wirkung zeigte, die von ihm erwartet wurde. Er nahm sich mehr Zeit für die Entwicklung dieses Heilmittels und gab daher seine Professur an der Berliner Universität zurück.

Von 1897 – 1906 fuehrte Robert-Koch, in Begleitung seiner 2. Frau, mehrere Forschungsreisen durch. Die Suche nach den Erreger der Rinderpest, der Malaria und der Schlafkrankheit führten ihn in mehrere tropische Gebiete.

Im Jahre 1905 wurde ihm, als Entdecker des Tuberkulins, der Nobelpreis für Medizin verliehen.

Robert Koch litt in den letzten Lebensjahren an Angina pectoris. Am Abend des 27. Mai 1910, nachdem er einen letzten Blick auf die untergehende Sonne genossen hatte, starb Robert Koch nach einem Zusammenbruch an der Balkontür, wo ihn sein Arzt wenig später für tot erklärte.

Die Urne, dieses bedeutenden Mannes, ruht heute im Westflügel des Robert-Koch-Instituts.

 

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