Vorsorgeuntersuchungen von Männern wenig genutzt

Gesundheitscheck: Die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung werden von Männern häufig nicht genutzt

Sei es aus Angst, Scham oder Selbstüberschätzung, gerade einmal 20 Prozent der Männer nutzen das Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung zur Vorsorge und Früherkennung. Die Folge: Sie sind häufiger krank als Frauen und sterben im Schnitt 5,7 Jahre früher. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Männern könnten dies ändern.

Vorsorgeuntersuchung Mann - Blutdruck messen

Fakten: Vorsorgeuntersuchung bei Männern

  • Häufigste Todesursache bei Männern ist der Herzinfarkt

  • Jährlich erleiden 155 400 Männer einen Herzinfarkt

  • Fast 38 000 Männer starben 2003 an Herzinfarkt

  • 200 000 Männer erkrankten 2000 an Krebs

  • 32 000 Männer erkranken jährlich an Darmkrebs

  • 13 991 Männer starben im Jahr 2003 an Darmkrebs

  • Jährlich erkranken durchschnittlich 4160 Männer an Hodenkrebs

  • Wer seinen Stuhl regelmäßig auf Blutspuren untersuchen läßt, verringert sein persönliches Darmkrebsrisiko um bis zu 30%

  • Weniger als 20% der Männer nutzen Vorsoregeuntersuchungen und Früherkennung

Vorsorgeuntersuchungen von Männern scheint etwas zu sein, das sie verdrängen oder zumindest vor sich her schieben. Das starke Geschlecht geht seltener zum Gesundheitscheck als Frauen und verpassen dadurch wichtige Vorsorgeuntersuchungen.

Etliche Männer nutzen die Möglichkeiten von Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung nicht, die ihnen die gesetzlichen Krankenversicherungen bieten. Die häufigste Todesursache bei Männern ist nach wie vor der Herzinfarkt, auch nicht frühzeitig erkannter Krebs ist alarmierend häufig bei Männern vorzufinden. Erst im Alter steigt die Bereitschaft zur Vorsorge und Früherkennung.

Regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen vermindern das Risiko einer typischen „Männererkrankung“. Zudem kann beim regelmäßigen Gesundheitscheck beim Arzt häufig ganz nebenbei auch ein Bonus z.B. in Form einer Sachprämie oder einer teilweisen Befreiung von Zuzahlungen oder eine Beitragsermäßigung bei der Krankenkasse herausspringen.

In einer Privaten Krankenversicherung (PKV) gilt: Für Vorsorgeuntersuchungen beim Mann zur Früherkennung besteht ein tariflicher Leistungsanspruch nach gesetzlich eingeführten Programmen (gezielte Vorsorgeuntersuchung). Nicht in die Leistungspflicht fällt der sogenannte große Check-up. Bei einigen Gesellschaften besteht Versicherungsschutz allerdings auch darüber hinaus. Hier lohnt es sich, bei der Krankenkasse nachzufragen.

Gesundheitscheck Vorsorgeuntersuchung ab 35

Ab 35 Jahren können Männer alle zwei Jahre einen kostenlosen und von der Praxisgebühr befreiten „Gesundheits-Check-up“ (Check-up 35) in Anspruch nehmen. Dabei werden das Herz-Kreislauf-System sowie Nieren, Blutzucker, Cholesterin und Urin untersucht.

Krebsvorsorgeuntersuchung

Eine Früherkennung von bösartigen Krebserkrankungen sollte noch vor dem Auftreten von Symptomen oder Krankheitszeichen ermöglicht werden. Bei Männern ab dem 45 Lebensjahr sollte eine Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, der Prostata, der Haut, sowie von Dick- und Enddarm erfolgen. Insgesamt wird hier ggf. auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes vorgenommen.

Gesundheitscheck Darmkrebs-Vorsorge ab 55

Ab 55 Jahren haben Männer (und Frauen) die Wahl zwischen zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder einen zweijährlichen Test auf Blut im Stuhl. Der Gesundheitscheck wird bei Allgemeinmedizinern oder Urologen durchgeführt.
Ob ein Mann von einer männertypischen Krankheit betroffen ist, hängt von mehreren Faktoren und Einflüssen ab.

 


Video: rheinmaintv, Quelle: YouTube