Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923)

Wilhelm Conrad Röntgen ist eine der wenigen Persönlichkeiten, deren Name und Wirken nicht nur wissenschaftlichen Kreisen geläufig ist. Seine wichtigste Entdeckung bringen weite Schichten der Bevölkerung mit seinem Namen in Verbindung: Die Röntgenstrahlen.

Am 27.03.1845 in Remscheid-Lennep als einziges Kind in eine Tuchhändlerfamilie hineingeboren, verbrachte er den Großteil seiner Kindheit und Jugend von 1848 an in den Niederlanden, wohin seine Familie aus wirtschaftlichen Gründen zog. Er ging in Utrecht zur Schule und musste diese tragischerweise ohne Abitur verlassen: Fälschlicherweise hatte man ihn bezichtigt, eine Karikatur seines Klassenlehrers angefertigt zu haben.
Dieses und andere Hemmnisse sollten ihn nicht von seiner glänzenden wissenschaftlichen Karriere abhalten, die 1901 in der Verleihung des Nobelpreises gipfelte. Klassische Tugenden wie Fleiß, Durchhaltevermögen und exaktes Arbeiten kennzeichnen seinen Weg.
Auch ohne Abitur – aber nach bestandener schwerer Aufnahmeprüfung – konnte sich Wilhelm Carl Röntgen am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich zum Studium des Maschinenbaus einschreiben, und seine akademische Laufbahn beginnen.
Sein Studium dort schloss er 1868 als Maschinenbauingenieur ab und promovierte 1869 mit einer „Studien über Gase“ titelnden Dissertation über Probleme der Thermodynamik.

Seinem Förderer Prof. August Kundt folgte er 1870 als Assistent an die Universität Würzburg. Er habilitierte dann allerdings nicht dort, sondern 1874 an der Universität Straßburg, da man ihm dies in Würzburg auf Grund des fehlenden Abiturzeugnisses verweigert hatte.
In diesen Zeitraum, nämlich den 19. Januar 1872, fällt auch seine Heirat mit Anna Bertha Ludwig, mit der er sich bereits in seiner Zeit in Zürich verlobt hatte.

Sein wissenschaftlicher Weg führte Wilhelm Carl Röntgen 1875 dann als Professor für Physik und Mathematik an die Landwirtschaftliche Akademie Hohenheim. Die Ausstattung dort schränkte seine wissenschaftliche Forschungstätigkeit allerdings ein, weswegen er 1876 die Stelle des zweiten Physikers und außerordentlichen Professors in Straßburg annahm. Auch hinter diesem Schritt steckte sein Förderer Prof. Kundt.
Drei Jahre später schließlich folgte der Ruf der Universität Gießen. Er nahm seine erste Stelle mit festem Gehalt an und wurde dort Professor für Physik. Die in den folgenden Jahren folgenden Rufe nach Jena und Utrecht lehnte er ab.

Da die Ehe der Röntgens bis dahin kinderlos geblieben war, nahmen sie 1887 Josephina Bertha, Annas sechsjährige Nichte, in ihren Haushalt auf und adoptierten sie schließlich.

Erst 1888 trat Röntgen eine neue Position an: Am 31. August folgte er dem Ruf derjenigen Universität, die ihn einst wegen seines fehlenden Abiturzeugnisses abgelehnt hatte, und wurde Professor für Experimentalphysik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1893 wurde er dort zum Rektor gewählt – und vollbrachte am 8. November 1895 seine größte wissenschaftliche Entdeckung: die von ihm so genannten X-Strahlen, welche auf Betreiben eines Kongressteilnehmers vom folgenden Jahr an im deutschen Sprachraum als „Röntgen´sche Strahlen“ bezeichnet wurden.
Mit Hilfe dieser Strahlen machte er am 22. Dezember 1895 eine Aufnahme der Hand seiner Ehefrau, auf der deutlich Knochen und Ehering zu sehen sind.
Am 1. April 1900 wurde Röntgen Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1920.
Am 10. Januar 1923 starb der als introvertiert geltende Wilhelm Carl Röntgen in München an Darmkrebs.

 

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