Kinderwunsch

Kinderlosigkeit trotz Kinderwunsch - oder: unerfüllter Kinderwunsch

In Deutschland bleibt ca. jede siebte Partnerschaft mit Kinderwunsch kinderlos. Ungewollte Kinderlosigkeit bzw. Sterilität liegt dann bei einem Paar vor, wenn trotz Kinderwunsch und regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehr nach einem Jahr keine Gravidität eingetreten ist.

Kinderwunsch

Meist sind beide Partner von der Last der Kinderlosigkeit bei Kinderwunsch betroffen. Sowohl beim Mann als auch bei der Frau sind organische Ursachen, seelische, berufliche oder wirtschaftliche Gründe, das Alter, die Lebensweise, Ernährung, Zigaretten-, Alkoholkonsum und Umweltfaktoren entscheidend für die Fruchtbarkeit. Den größten Anteil an der Kinderlosigkeit haben dabei die organischen Ursachen. Jedoch hat eine ungewollte Kinderlosigkeit meist Einfluß auf den seelischen Zustand sowohl des Mannes als auch der Frau. Eine (Kinderwunsch)-Behandlung setzt daher immer bei beiden Partnern an.

Ursachen von Kinderwunsch

Organische Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit bei Kinderwunsch können sein:

Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit trotz Kinderwunsch bei der Frau:
  • Angeborene Ursachen, z.B. Chromosomenanomalie (Abweichung von der normalen Chromosomenzahl oder Chromosomenform)
  • Fehlbildung von Eierstöcken, Eileiter oder Gebärmutter
  • Endometriose (Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter wächst, z.B. in Eileiter, Eierstock oder an der Harnblase)
  • Immunologische Sterilität (Antikörper gegen Ei- oder Samenzellen)
  • Hormonelle Störungen
Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit trotz Kinderwunsch beim Mann:
  • Gestörte oder fehlende Hodenfunktion (z.B. Folge einer Infektion)
  • Bakterielle Verunreinigung des Samens
  • Hodenhochstand oder Krampfadern im Bereich der Hoden
  • Immunologische Sterilität (Auto-Antikörper gegen Samenzellen)
  • Operierte Tumoren (z.B. der Hoden)
  • Angeborene Ursachen (z.B. Chromosomenanomalie)

Fortpflanzungstechnik

In Deutschland regelt das Embryonenschutzgesetz die Anwendung der Fortpflanzungstechnik und den Umgang mit Embryonen. Danach gilt die befruchtete, entwicklungsfähige Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an als Embryo.

Herbeiführung einer Schwangerschaft bei Kinderwunsch

Herbeiführung einer Schwangerschaft bei Kinderwunsch

Erlaubte Methoden zur Herbeiführung einer Schwangerschaft bei Kinderwunsch:
  • Homologe Insemination (Übertragung von Samen des Partners)
  • IVF und ICSI durch speziell ausgebildete Ärzte
  • Rückgabe von bis zu drei befruchteten Eizellen oder Embryonen in einem Zyklus
  • Kryokonservierung von Eizellen im Vorkernstadium
Nach Einführung der In-Vitro-Fertilisation hat die Bundesärztekammer Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion erarbeitet, die 1985 Bestandteil der Berufsordnung geworden sind. Aufgrund der fortschreitenden Entwicklung der Fortpflanzungsmedizin und der ethischen und rechtlichen Aspekte wurden diese Richtlinien seither zweimal erneuert, zum letzten Mal im Jahr 1998. Die Ärzte sind verpflichtet, sich an das Embryonenschutzgesetz und an die Richtlinien der Bundesärztekammer zu halten, wenn sie eine künstliche Befruchtung bei Kinderwunsch durchführen. Auch der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen hat auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches 5 (SGB V) §27a Richtlinien über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung beschlossen. Diese Richtlinien - die Fassung aus dem Jahr 1990 wurde 1998 geändert - legen die medizinischen Einzelheiten zu den Voraussetzungen für eine Kinderwunschbehandlung sowie Art und Umfang der ärztlichen Maßnahmen fest.

Quellen und weitere Informationen:
Weitere Informationen zu ungewollter Kinderlosigkeit und Kinderwunsch finden Sie in den Kinderwunsch Foren (Expertenforum unerfüllter Kinderwunsch und Betroffenenforum unerfürrlter Kinderwunsch) und auf Kinderwunsch Portal. Die Betreiber dieses Kinderwunsch-Portal haben sich zum Ziel gesetzt, Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch eine Plattform anzubieten, die Sie unterstützt, die vielfältigen Informationsmöglichkeiten des Internets zum Zhema unerfüllter Kinderwunsch besser zu nutzen.

FR, 31.05.2008

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