Schadstoffe im Kinderspielzeug

Schadstoffe im Kinderspielzeug - worauf sollte man achten?

Kinderspielzeug

Beim Spielen kommen Kinder mit etlichen chemischen Substanzen in Berührung, nehmen die Giftstoffe über die Haut, aber auch durch Mund und Nase auf. Zwar sind Schwermetalle aus Qualitätsspielzeug weitgehend verbannt, doch billige Spielwaren enthalten immer noch krebserregende Stoffe, Weichmacher und andere gefährliche Chemikalien.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat etliche Substanzen in Spielzeugen im Hinblick auf ihre Schädlichkeit bewertet. Dazu gehören Weichmacher, Phenole, Kadmium, Blei, Nickel, allergieauslösende Duftstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe, Formaldehyd und Borsäure, die vor allem in Hüpfknete vorkommt. Für chemische Sicherheitsanforderungen sind seit 2009 EU-Richtlinien gültig. Andere Kriterien betreffen die physikalisch-mechanische Sicherheit, die Entflammbarkeit und die Verpackung.

Welche Schadstoffe kommen häufig vor?

Jedes zweite Wasserspielzeug enthält schädliche Substanzen. So sind zum Beispiel aufblasbare Delfine und Wasserbälle mit Weichmachern belastet, obwohl in Deutschland gesetzliche Grenzwerte gelten, werden diese oft überschritten.

Billiges Spielzeug aus Kunststoff enthält häufig Schadstoffe, wenn es nicht als unbedenklich deklariert ist. Vor allem der Azofarbstoffe Anilin ist gefährlich, da er im menschlichen Körper zu krebserregenden Substanzen aufgespalten wird. Die Farbstoffe sind aufgrund ihrer guten Mischbarkeit und Leuchtkraft beliebt.

Formaldehyd ist ein krebserregender Stoff, der zwar häufig in Klebstoffen vorkommt, aber auch im Kinderspielzeug eingesetzt wird. Es riecht und reizt die Atemwege, ruft Kopfschmerzen und Hustenreiz hervor.

Auch Weichmacher (Phtalate) findet man häufig in Kinderspielsachen aus Plastik wie zum Beispiel Puppenköpfen. Da Kinder Spielsachen gerne in den Mund nehmen, gelangen die Giftstoffe in den Magen-Darm-Trakt und können zu Leber- und Nierenschäden führen. Phtalate wirken wie Hormone und können zu Diabetes und Unfruchtbarkeit führen.

Die gefährlichsten Stoffe sind zinnorganische Verbindungen, die man auch immer wieder im PVC-Spielzeug findet. Schon beim Berühren gelangen sie über die Haut in den Körper und können dort ernsthafte Schäden verursachen.

Viele Eltern kaufen ihren Kindern Holzspielsachen im Glauben, dass sie schadstofffreier seien als Kunststoff. Das ist oft nicht der Fall. Im Gegenteil, Tester fanden in Holzspielzeug Flammschutzmittel, aromatische Kohlenwasserstoffe, Nickel und Formaldehyd.

Worauf sollte man bei Spielzeug achten?

Um seine Kinder zu schützen, sollte man vor dem Spielzeugkauf regelmäßig Testergebnisse von Stiftung Warentest zurate ziehen. Unschädliches Spielzeug ist als „phtalatfrei“ oder „frei von schädlichen Weichmachern“ gekennzeichnet. Spielwaren aus hartem Kunststoff wie Polypropylen und Polyethylen ist PVC-Spielzeug grundsätzlich vorzuziehen. Aus PVC entweichen mit der Zeit immer schädliche Substanzen. Schon sehr geringe Mengen können den Hormonhushalt des Kindes durcheinanderbringen.

Die Gesetze sind auch in Deutschland nicht streng genug und die Grenzwerte sind meist zu hoch angesetzt. Sie orientieren sich am Chemikalienrecht und nicht am empfindlichen Körper eines kleinen Kindes. Eine Orientierung gibt das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Es verlangt für die 16 meistverbreiteten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) entsprechende Grenzwerte. Zusätzlich müssen Eltern den so genannte „Cocktaileffekt" berücksichtigen, denn Weichmacher finden sich auch in Dingen des täglichen Gebrauchs wie Sonnenschutzcremes und verstärken die negative Wirkung.

/ Redaktion 27.8.2013 / Foto: © S.Kobold - Fotolia.com


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