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Implantologie: Die Möglichkeiten des individuellen Zahnersatzes

Verschiedene Implantattypen und neuartige Dentalmaterialien bieten Komfort und Sicherheit für Patienten

Wer sich für Implantate entscheidet, setzt auf eine stabile, haltbare und ästhetisch anspruchsvolle Alternative zu herkömmlichem Zahnersatz. Doch auch hier gilt es mittlerweile zu unterscheiden: Neue Materialien, verbesserte Oberflächenstrukturen der Implantatkörper und verschiedenste Werkstoffe bieten der modernen Implantologie immer mehr Möglichkeiten, um auf Patienten und ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Auch bei schwierigen Voraussetzungen wie Kieferknochenabbau oder Allergien muss heute niemand mehr auf die künstlichen Zahnwurzeln verzichten. `Ganz im Gegenteil: Wir können jeden Patienten mit perfektem Zahnersatz auf Implantaten versorgen. Mithilfe einer ausführlichen Anamnese und Beratungsgesprächen im Vorfeld loten wir eine passgenaue, auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Lösung aus. Die Implantologie bietet hier neben speziellen Verfahren zum Kieferknochenaufbau und millimetergenauem Setzen der Implantate zahlreiche Implantattypen für jede noch so unterschiedliche Indikation`, erklärt Dr. Ralf Luckey, zahnärztlicher Direktor und medizinischer Leiter der Implantatzahnklinik des DIG.

Implantate aus Titan: Stabiler Klassiker

Am häufigsten kommen heute immer noch Titan-Implantate zum Einsatz. Reintitan konnte sich in den letzten fünf Jahrzehnten als ideales Material für alle Bereiche in der Medizin durchsetzen. Besonders am Knochen, beispielsweise in der Hüft- und Knieendoprothetik, zeigte das Leichtmetall Titan seine Qualitäten: gute und schnelle Einheilung durch seine hohe Biokompatibilität. Auch die zahnärztliche Implantologie entdeckte das metallische Allroundtalent Mitte der Sechzigerjahre und mittlerweile können Zahnärzte in Deutschland zwischen 50 verschiedenen Zahnimplantatsystemen wählen. In der Regel haben sich schrauben- und zylinderförmige Implantate durchgesetzt, die mit einer Länge von sechs bis zwanzig Millimetern und einem Durchmesser von zwei bis sieben Millimetern fest im Kiefer sitzen. Sie bestehen aus einem Implantatkörper, der fest im Kieferknochen sitzt, und Aufbauteilen, mit denen Kronen und Haltestrukturen für Prothesen und Kronen am Implantatkörper befestigt werden können. Die künstlichen Zahnwurzeln leisten viel: Sie tragen Zahnersatz wie Einzelkronen oder Brücken und dienen als Verankerung von herausnehmbarem Zahnersatz. Dabei schonen sie noch vorhandene Kauwerkzeuge, beugen Kieferknochenabbau vor und bieten einen festen Halt wie echte Zähne.

Für Metallallergiker eignen sich Vollkeramikimplantate

Implantate aus Zirkonoxid gelten als besonders stabil, bruchfest und unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Auch als `weißes Gold` bezeichnet, weist dieser keramische Zahnersatz bedeutende Vorteile in der Implantologie auf und ist dadurch seit circa fünf Jahren nicht mehr aus diesem Bereich der Zahnmedizin wegzudenken. Besonders hervorzuheben: Die gute Verträglichkeit von Zirkonoxid macht es für allergiegeplagte Menschen zum idealen Werkstoff für Zahnersatz. `Keramikimplantate heilen ebenso gut und schnell in den Kiefer ein wie Titan-Implantate und lösen im Körper keinerlei Fremdkörperreaktionen aus. Durch ihre extreme Bruchfestigkeit kommen sie nicht nur im Front-, sondern auch im Backenzahn-Bereich zum Einsatz`, sagt Dr. Ralf Luckey. Doch auch die ästhetischen Vorzüge sind nicht zu unterschätzen. Da diese Keramik auf natürliche Weise der Farbe echter Zähne ähnelt, gehört künstlich wirkender Zahnersatz, der von außen sofort erkennbar ist, endgültig der Vergangenheit an. Bei Keramikimplantatsystemen handelt es sich um ein einteiliges System, bestehend aus Implantatkörper und einer aufsetzbaren Krone. Hier wählen Ärzte zwischen unterschiedlichen Typen, die sich sowohl für den Ober- und Unterkiefer wie auch für große bzw. kleine Kiefer eignen.

Die neueste Generation: NanoTite-Implantate

Damit die künstlichen Zahnwurzeln fest im Kiefer sitzen und einen stabilen Halt des Zahnersatzes gewährleisten, gehen die Implantate mit dem Knochen einen festen Verbund ein. In der Regel dauert dieser Prozess circa drei bis sechs Monate - dann sitzen die kleinen Implantate genauso fest im Kiefer wie echte Zahnwurzeln. Doch diese Einheilzeit gilt nach wie vor als kritische Phase, da sich hier gelegentlich Knochen und Zahnersatz nicht fest genug verbinden und das Implantat seinen Halt verliert. Eine spezielle Rolle für eine optimale Einheilzeit des Zahnwurzelersatzes in den Kieferknochen spielt die Oberflächenstruktur des Implantats. Bei den neuartigen NanoTite(tm)-Implantaten befinden sich winzige Nanokristalle auf der Oberfläche, die bewirken, dass Kiefer und Zahnersatz schnell und fest zusammenwachsen. `Durch das Aufbringen von Nanokristallen vergrößert sich die Fläche, welche mit dem Kieferknochen eine Verbindung eingeht`, erklärt der zertifizierte Implantologe Dr. Ralf Luckey. Dadurch erreichen Implantologen eine verkürzte Einheilzeit auf bis zu acht Wochen, eine frühere Belastbarkeit und sicherere Verankerung der Implantate im Knochen. "Patienten profitieren also deutlich von Fortschritten aus der Nanotechnologie", ergänzt Dr. Ralf Luckey und führt fort: `Auf dem Gebiet der Zahn-Implantologie können wir auch in den nächsten Jahren mit weiteren großen Fortschritten rechnen. Neben ausgereiften Hightech-Verfahren zum zielgenauen und schnellen Setzen der künstlichen Zahnwurzeln wird stetig nach optimierten Methoden und Materialien geforscht, um die Einheilung zu verbessern und zu beschleunigen.

2007-08-09 von / Redaktion


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