Autogenes Training

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine Art Selbsthypnose und suggestive Entspannungstechnik, mit deren Hilfe auf körperliche Prozesse Einfluss genommen wird.

Die psychische Beeinflussung einer Person, die Suggestion, gilt als eine der ältesten Heilmethoden in der Medizin und wurde bereits im alten Ägypten praktiziert. Autosuggestive Zustände sind auch aus dem Buddhismus und der japanischen Zen-Meditation bekannt.

Entspannung

Der britische Chirurg James Braid untersuchte 1843 die Wirkungsweise der Hypnose erstmals auf wissenschaftlicher Basis und wendete die Hypnose bei Nervenstörungen an. Oskar Vogt, ein deutscher Hirnforscher, entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts die suggestive Hypnose zur prophylaktischen Selbsthypnose weiter, um Erregungs- und Spannungszuständen vorzubeugen. Die Nutzung der Kenntnisse über die positive Wirkung der Hypnose nutzte der Berliner Nervenarzt Heinrich Schultz und entwickelte 1932 das autogene Training. Die Selbstentspannungstechnik ist heute vor allem in Europa weit verbreitet. Beim autogenen Training lernt der Übende, verschiedene Körperfunktionen zu beeinflussen. Dazu gehören Herz, Kreislauf, Atmung, Verdauung und Muskulatur. Während der Übungen im Rahmen des autogenen Training wird die Körpermuskulatur entspannt, Schmerzen werden gelindert und es tritt ein allgemeiner Entspannungszustand ein. Ziel des autogenen Trainings ist die Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, die Selbstkontrolle und eine intensive Selbstwahrnehmung. Autogenes Training findet bei einer Reihe von psychischen und psychosomatischen Störungen Anwendung. Die Suggestionsmethode unterstützt wirksam klinische und psychotherapeutische Maßnahmen. Autogenes Training wird bei psychischen Störungen wie Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen, Hyperaktivität, zur Stressbewältigung und Suchtentwöhnung eingesetzt, findet aber auch bei physischen Beschwerden wie Asthma, Spannungskopfschmerzen, Bluthochdruck, chronischen Schmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Neurodermitis und Erkrankungen der Verdauungsorgane und des Bewegungsapparates Anwendung. Auch bei Stress und Anspannung wirkt autogenes Training entspannend auf das vegetative Nervensystem, verhilft zu einer gelassenen Sichtweise, steigert das seelische und körperliche Wohlbefinden und hilft so, die Belastungen des Alltags leichter zu bewältigen.

Die Entspannungsmethode des autogenen Trainings ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Die Übungen werden beim autogenen Training in einer bequemen Haltung ohne Muskelanspannung durchgeführt. Ideal sind dabei das Liegen auf dem Rücken oder das bequeme Sitzen auf einem Stuhl mit Rücken- und Armlehnen. Auch die Umgebung sollte möglichst abgedunkelt und geräuscharm sein, um Wahrnehmungen außerhalb des Körpers während der Übungen ausblenden zu können. Das autogene Training besteht aus verschiedenen Übungen, die nach und nach aufeinander aufbauend erlernt werden. Ideal ist das Erlernen in einer Gruppe, die von einem Übungsleiter geführt wird. Der Übungsleiter spricht die kurzen Sätze zu den Übungen in monotoner Stimme vor, während diese von den Übenden innerlich nachgesprochen werden. Damit versetzen sich die Übenden nach und nach in den gewünschten Entspannungszustand. Zu den Übungen gehören Schwereübungen zur Muskelentspannung, Wärmeübungen zur Entspannung der Blutgefäße in Armen und Beinen, Herzübungen zur bewussten Wahrnehmung des Herzrhythmus, Atemübungen zur bewussten Wahrnehmung der Atmung, Bauchübungen zur besseren Durchblutung des Bauches und Unterleibes sowie eine Übung zur Stirnkühlung, um die Durchblutung zu regulieren. Die Übenden stellen sich dabei Wärme und Schwere in den einzelnen Körperregionen vor. Am Ende der Übungen werden die Entspannungszustände wieder aufgehoben, es sei denn, das autogene Training dient zum Einschlafen, bei dem der Übende aus dem Entspannungszustand in den Schlafzustand hinüber gleitet. Die Übenden befinden sich beim autogenen Training ein einem Zustand der Selbstversenkung, bei dem die Außenwelt weitgehend ausgeblendet ist. Die autosuggestiv ausgelösten vegetativen Reaktionen des Körpers treten mit der Zeit immer schneller ein. In der weiterführenden Oberstufe des autogenen Trainings werden Farben und konkrete Gegenstände suggeriert. Die Ziele der Oberstufe, die einem hypnoiden Trancezustand mit luziden Träumen gleicht, sind Selbsterkenntnis, Einsichten und Charakterbildung.

/ Redaktion, 27.6.2009


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