Eutonie

Eutonie

Das Fachgebiet der Eutonie ist noch relativ unbekannt und der Begriff mutet zunächst etwas fremdartig an. Der Inhalt der Eutonie ist die Ausübung und Vermittlung von Lehrinhalten, welche im Zusammenhang mit der Bewegungserziehung stehen.

Die Zielstellung der Eutonie besteht darin, dass diese bewegungspädagogischen Lerninhalte auch im Alltag umgesetzt werden können, damit eine körperliche und geistige Ausgeglichenheit entsteht. Die Eutonie ist somit eine ganzheitliche Lehre, welche sowohl die psychischen und physischen Aspekte miteinander verbindet und zum Wohlbefinden des Menschen führt.

Die Eutonie ist schon eine relativ alte Lehre, welche jedoch erst in letzter Zeit wieder aktuell wurde. Die Geburtsstunde der Eutonie wurde begründet durch die dänische Physiotherapeutin Gerda Alexander. Sie erkrankte bereits im jugendlichen Alter und die Krankheit zog ihren Körper so in Mitleidenschaft, dass sie sich seitdem nur noch im Rollstuhl fortbewegen konnte. Sie beschäftigte sich während dieser Zeit intensiv mit ihren körperlichen Gebrechen und dem menschlichen Körper an sich. Sie entwickelte ihre Gedanken und Erkenntnisse so weit, dass sie daraus Übungen ableiten konnte, welche zu einer Verbesserung der körperlichen Aktivitäten, der Vitalität und der Bewegungsfähigkeit dienen. Diese Übungsprogramme zielten insbesondere darauf, dass Blockaden und Verspannungen gelockert werden sollen. Als Resultat ergab sich eine bessere körperliche Beweglichkeit und eine verbesserte Wahrnehmung des eigenen Körpergefühls. Der Verlust des persönlichen Körpergefühls und der bezug zu sich selbst kann nicht nur zu physischen sondern auch zu einer ganzen Reihe psychischer Erkrankungen führen. Im Gegensatz zu anderen Entspannungstherapien muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die bei der Eutonie erarbeiteten und ausgeführten Übungen nicht zur Entspannung unmittelbar dienen. Das Ziel hierbei ist es, den in einer speziellen Situation nötigen Entspannungszustand des Körpers zu erarbeiten. Im Mittelpunkt der eutonischen Übungen steht außerdem, dass die Patienten zu einem Lernprozess geführt werden sollen, in welchem die Betroffenen erfahren, wie sie besser mit sich selbst umgehen können und auf Körpersignale achten, wenn sie auch minimal sind, und besser zu reagieren. Damit lernen sie, sich selbst und ihrem Körper leichter etwas Gutes zu tun.

Leider ist die Methodik in ihrer Wirksamkeit nicht wissenschaftlich untermauert. Sie wird dennoch außerhalb der Schulmedizin eingesetzt, um therapeutisch unterstützend zu wirken. Im Zusammenhang mit Rücken- und Muskelbeschwerden, Körperverspannungen, Nervosität und Schlaflosigkeit ist die Eutonie durchaus unterstützend bei der Linderung und zur Begleitung. Die in Bezug auf eutonische Aktivitäten oder Körperübungen vereinen mehrere Aspekt miteinander. Zunächst werden die Bewegungen durch Wahrnehmungsübungen vorbereitet. Als Effekt hierbei wird eine Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung und körperlicher Signale geschult. Diese wiederum sollen zum Ziel eine Beeinflussung der Durchblutung und des Stoffwechsels gewährleisten. Wird die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Körperteil zentriert, dann kommt es hierbei zu einer Anregung, welche insbesondere mit dem sogenannten Körpertonus, also der Spannungszustände der Muskulatur, zusammenhängt. Durch diese Arbeitsweise kann es zur Lösung von Verspannungen und Blockaden in den verschiedenen Körperteilen kommen. Die dazu angeregten Übungen sind leicht und auch ohne mehrmalige Anleitung ausführbar. Sie haben viel zu tun mit den Vorgängen des Ruhens, der Körperanspannung und dem Nachfühlen vom Lockern und Anspannen der Muskulatur.

Die Eutonie ist nicht zu verwechseln mit einem physiotherapeutischen Übungsprogramm oder einem medizinischen Verfahren zur Therapie. Sie basiert nur auf pädagogischen Programmen, welche den Betroffenen befähigen, eine situativ angepasste Körperspannung zu lernen und die anwenden zu können. Viele Menschen, welche sich ausgiebig sowohl theoretisch als auch praktisch mit den Inhalten der Eutonie beschäftigt haben, benutzen die Übungen dazu, ihre persönliche Lebensgestaltung danach auszurichten. Im Rahmen der Eutonie dienen spezielle Kurse dazu, die Methoden kennenzulernen und zu erlernen.

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