Lichttherapie

heilen mit Licht

Lichttherapie

Die Lichttherapie hat eine lange Tradition, auch wenn der Begriff selbst relativ neu erscheint.

Die meisten Hochkulturen verehrten die Sonne als Lebensspenderin. Und dass ohne Sonnenlicht kein Leben entstehen kann ist eine Binsenweisheit. Der menschliche Körper nimmt Licht zum einen über die Haut auf. Zum anderen treffen Lichtstrahlen über das Auge auf bestimmte Zentren der Netzhaut. Diese sind mit dem Hypothalamus verbunden, der über die Hypophyse das Zusammenspiel aller Drüsen und damit die Hormonausschüttung steuert.

Lichttherapie

Die Anfänge der wissenschaftlich fundierten Lichttherapie datieren ins ausgehende 19. Jahrhundert. Pionierarbeit leisteten die beiden Briten Arthur Downes und Thomas P. Blunt mit dem Nachweis der hemmenden Wirkung von UV-Strahlung auf das Bakterienwachstum. Zudem entdeckten sie die Bedeutung von Sonnenlicht bei der Produktion von Vitamin D und erzielten Behandlungserfolge bei Rachitis. Auf diese Vorarbeiten baute der dänische Arzt Niels Ryberg Finsen auf. Ab 1896 bestrahlte er in seinem Lichtinstitut mehr als 2000 Tuberkulosekranke mit blauem Licht. 1903 wurden seine akribisch dokumentierten Heilungserfolge mit dem Nobelpreis für Medizin belohnt. Seine Arbeiten belegten auch den Zusammenhang zwischen Lichtmangel und Depression. Da die Sonneneinstrahlung in den Ländern Nordeuropas in den Wintermonaten zu gering ist, empfahl er den an Tuberkulose erkranken Menschen einen Aufenthalt in den Alpen. Dort führte der Schweizer Arzt Auguste Rollier Finsens Arbeit fort. 1911 behandelte er 369 Tuberkulosepatienten mit Sonnenlicht. Immerhin 284 wurden geheilt und bei 48 verbesserte sich das Befinden deutlich.

Die Phototherapie in den USA geht zurück auf die Forschungsarbeiten von Edwin Babitt. Bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts behandelte er über 30.000 Neugeborene erfolgreich mit blauem Licht gegen Gelbsucht. Dieses Verfahren wird heute noch in vielen Kliniken eingesetzt. Bestrahlt wird mit blauem Licht von kurzer Wellenlänge um die 460 nm. Dazu werden spezielle Lampen über dem Wärmebett bzw. dem Inkubator positioniert.

Bedingt durch zwei Weltkriege kam die Forschung in Europa für lange Zeit zum Stillstand. Die moderne Lichttherapie basiert auf den Arbeiten des indischen Arzt Dinshah P. Ghadiali (1873 bis 1966). Dessen bahnbrechende These besagte, dass die Schwingungen von verschiedenfarbigem Licht in den Zellen und Organen des menschlichen Körpers Resonanzen erzeugen. In seinem Buch "Es werde Licht" beschrieb er das von ihm entwickelte Farblicht-Therapiesystem, eine Weiterentwicklung der klassischen Lichttherapie. Doch auch bei dieser sind zwei Ansätze zu unterscheiden: die Phototherapie verwendet künstliche Lichtquellen - zumeist UV- oder Weißlichtlampen. Die Heliotherapie nutzt das natürliche Licht der Sonne. Beide Formen sind mittlerweile von der Schulmedizin anerkannt. Verordnungen erfolgen meist im Rahmen von Kur- und Rehamaßnahmen z.B. bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Wer sich selbst behandeln möchte, kann sich mit entsprechenden Lichtquellen bestrahlen. Dem natürlichen Tageslicht am nächsten kommen Vollspektrumlampen, die übrigens auch besonders augenschonend sind. Am besten probiert man das Gerät der Wahl im Fachgeschäft aus, denn gute Qualität hat auch hier seinen Preis. Zum Nulltarif bekommt man die heilenden Strahlen dagegen in der Natur. Selbst an einem trüben Wintertag ist die Luxstärke - die Lichtintensität wird in Lux gemessen - in Mitteleuropa stark genug, um uns vor Rachitis und Winterdepression zu schützen. Der Spaziergang bei Wind und Wetter kostet nur ein bisschen Überwindung, und er sollte in der dunklen Jahreszeit unbedingt vor 15 Uhr erfolgen.

Redaktion, 30.6.2009


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