Heuschnupfen sollte frühzeitig behandelt werden

Heuschnupfen – was ist das?

Im Frühjahr ist wieder Heuschnupfen-Zeit – fast jeder fünfte Deutsche ist betroffen. Beim Heuschnupfen – auch Pollenallergie, Pollinose oder saisonale allergische Rhinitis – handelt es sich um eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Eiweiße diverser Gräser- und Baumpollen. Die Beschwerden treten zeitlich begrenzt zur Blütezeit der jeweiligen Pflanzen auf. Typische Symptome sind juckende und tränende Augen sowie Niesattacken mit Fließschnupfen.

Heuschnupfen„Eine laufende Nase ist nicht immer harmlos. Heuschnupfen sollte frühzeitig behandelt werden, sonst kann er sich zu einem allergischen Asthma ausweiten“, sagt Gabriele Overwiening, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer. „Es gibt rezeptfreie Medikamente mit verschiedenen Wirkmechanismen. Wer an Heuschnupfen leidet, sollte sich deshalb in der Apotheke individuell beraten lassen.“
Mediziner bezeichnen den Übergang zum allergischen Asthma als „Etagenwechsel“. Die Beschwerden verlagern sich von den oberen Atemwegen tiefer in den Atemtrakt und liegen dann auf Lunge und Bronchien.

Behandlung von Heuschnupfen richtet sich nach Schwere der Symptome und der voraussichtlichen Anwendungsdauer

Auch den Gang zum Arzt sollte der Patient nicht scheuen. Nach ausgiebiger Untersuchung kann er die Symptome genau bewerten und die entsprechende Behandlung einleiten. Neben der medikamentösen Behandlung der Symptome kann er eine spezifische Immuntherapie empfehlen, um das bei Heuschnupfen überschießende Immunsystem direkt in den Griff zu bekommen.

Heuschnupfen – was hilft?

Die Auswahl der Wirkstoffe richtet sich nach der Schwere der Symptome und der voraussichtlichen Anwendungsdauer. Häufig wird zu so genannten Antihistaminika gegriffen. Diese werden werden als Tabletten oder Saft in der Regel einmal täglich eingenommen. Für die lokale Anwendung gibt es rezeptfreie Nasensprays mit Antihistaminika, die meist zweimal täglich angewendet werden. Neuere Arzneistoffe wie zum Beispiel Cetirizin oder Loratadin haben im Vergleich zu älteren Wirkstoffen den Vorteil, dass sie nicht müde machen.

Anwendung von Nasensprays kritisch hinterfragen

Einige Nasensprays mit Kortison gibt es in der Apotheke ebenfalls ohne Rezept. Da ihre Wirkung erst verzögert einsetzt, sind sie nicht für die Behandlung akuter Beschwerden geeignet. „Viele Patienten haben noch immer Angst vor Kortison. Bei einer richtigen Anwendung sind diese Nasensprays aber gut verträglich“, sagt die Apothekerin. Nasensprays mit Kortison sollten maximal viermal täglich benutzt werden.

Nasensprays gegen Erkältungsschnupfen sollten grundsätzlich nicht länger als sieben Tage eingesetzt werden. Da Heuschnupfen meist länger anhält, sind diese Nasensprays deshalb eher kritisch zu hinterfragen. Außerdem kann es bei einem längerfristigen Einsatz von Nasensprays mit gefäßzusammenziehenden Wirkstoffen zu einem unerwünschten Gewöhnungseffekt der Nasenschleimhaut kommen.

ICD-10 Diagnose J30.1
Der Allergiepass – ein unverzichtbares Dokument für Allergiker