Das Zika-Virus: Fakten zur Epidemie

Das Zika-Virus ist bereits seit 1947 bekannt. Damals wurde es bei einem Affen im Zikawald in Uganda nachgewiesen und wurde nach seinem Entdeckungsort benannt. In den ersten 50 Jahren nach seiner Entdeckung gab es weniger als 15 dokumentierte Erkrankungen, die auf Afrika und Südostasien beschränkt blieben. Inzwischen gibt es das Zika-Virus auf der ganzen Welt in Regionen, in denen ein tropisches Klima herrscht.

Zika-Virus-Epidemie in Brasilien

Im Jahr 2015 begann ein massenhafter Ausbruch des Zika-Virus in Brasilien. Genetiker vermuten, dass zwischen Mai und Dezember 2013 das Zika-Virus durch eine einzige Einschleppung nach Brasilien gelangt ist, die wahrscheinlich aus Französisch-Polynesien stammt.

zirka Virus in Brasilien

Zunächst glaubten die Ärzte in Brasilien, dass es sich 2015 bei dem massenhaften Ausbruch der Erkrankung um das Dengue Fieber handelte. Infektionsbiologen wiesen jedoch eine Infektion mit dem Zika-Virus nach. Da das Virus in Brasilien neu auftauchte, verfügten die Brasilianer über keine Immunität gegenüber dem Zika-Virus. Diese nicht vorhandene Immunität begünstigte den massenhaften Ausbruch. Inzwischen sind fast alle Länder und Regionen Lateinamerikas stark betroffen. Brasilien verzeichnet 1,5 Millionen Infizierte, Kolumbien berichtet von 20000 Infektionen.

Aus den USA sind ein Dutzend Fälle bekannt, die von Reisenden eingeschleppt wurden. In Großbritannien gibt es drei nachgewiesene Infektionen, Deutschland verzeichnete in den letzten Jahren ebenfalls ungefähr ein Dutzend Zika Infektionen, bei denen sich die Patienten im Ausland angesteckt hatten.

Zika Übertragung durch Mücken

Es gibt verschieden Wege, auf denen das Zika-Virus übertragen werden kann. Nachgewiesen ist die Übertragung durch die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke. Zudem gibt es Hinweise, dass das Zika-Virus auch von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Eine Übertragung über das Blut ist möglich und da die Zika-Viren auch in Samenflüssigkeit gefunden wurden, steht nun ebenfalls ein sexueller Übertragungsweg zur Diskussion. Somit ist eine Ansteckung auch durch Bluttransfusionen und durch Geschlechtsverkehr möglich.

Bei den meisten Infektionen haben die Infizierten überhaupt keine oder nur schwache Symptome, die einer Grippe ähneln. Die Symptome treten drei bis zwölf Tage nach der Infektion auf und äußern sich für wenige Tage mit leichtem Fieber, Hautausschlag, Kopfschmerzen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen.

Gefahr vor allem für Schwangere

Gefährlich ist die Zika Infektion für Schwangere, da von ihnen das Virus auf das ungeborene Kind übertragen wird und die Fehlbildung Mikrozephalie verursachen kann. Diese Kinder haben einen zu kleinen Kopf und leiden unter Krampfanfällen und geistigen Behinderungen.

Zurzeit sind in Brasilien mehr als 860 Fälle dieser Fehlbildung bei Neugeborenen aufgetreten. Epidemiologen erwarteten ab Mitte 2015 bereits für Kolumbien ebenfalls mehr Neugeborene mit Mikrozepahlie.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat wegen der Gefahr für Ungeborene den Internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Im Gegensatz zu den USA und Europa spricht die WHO keine Empfehlungen zu Reisebeschränkungen aus, um zu verhindern, dass einzelne Staaten Krankheitsausbrüche zukünftig nicht mehr zeitnah melden könnten.

Forscher stellten fest, dass das Zika-Virus mit dem Dengue-Fieber Erreger eng verwandt ist. Es unterscheidet sich jedoch in seiner Struktur durch ein Protein auf der Virenoberfläche.

Forscher entschlüsseln Feinstruktur des Zika-Virus

Auf der Virenhülle wurde das Protein Glykoprotein nachgewiesen. Dieses Protein scheint für das Virus wichtig zu sein, um damit menschliche Zellen angreifen zu können. Die Wissenschaftler arbeiten nun daran, eine Dengue-Infektion eindeutig von einer Zika-Infektion unterscheiden zu können. Anschließend soll das Oberflächenprotein dazu genutzt werden, um einen Impfstoff gegen das Zika-Virus zu entwickeln.