Burn Out

Burn Out Syndrom

Burn Out Syndrom

Einmal Euphorisch - im nächsten Augenblick niedergeschlagen, lustlos, ängstlich, erschöpft, müde. Diese Symptome sind typisch für ein Burn-out-Syndrom.

Wer ist betroffen und wie entsteht es?

Burn Out - ausgebrannt sein (aus dem Engischen: "Burn-out" - "ausbrennen") - ist eine relativ junge Erscheinung und symptomatisch für eine leistungsbezogene Gesellschaft. Unter Burn Out werden die Folgen von Leistung zusammengefasst, an deren Endpunkt Erschöpfung, innere Distanzierung und anschließender Leistungsabfall steht. Auch physische Schäden wie Bluthochdruck und dessen Folgen sind nicht auszuschließen. Nach Schätzungen leidet jeder vierte Erwerbstätige unter einem Burn-out-Syndrom. Nach neueren Erkenntnissen kann das Burn-Out-Syndrom aber auch Erwerbslose treffen, z.B. ausgelöst durch den Druck auf der Suche nach einem Auskommen.

Die Ursachen von Burn-Out werden bereits in der Kindheit vermutet. Wird ein ausschließlich über seine Leistung definiert und erhält nur Lob und Zuneigung bei guten Noten oder besonderem Fleiß, kann das für die Zukunft durchaus negative Folgen haben.
Zum anderen stellen dauerhafte psychische Überlastung und vor allem Probleme am Arbeitsplatzstellen eine weitere Ursache für das Burn Out Syndrom dar. Mobbing, überhöhter Leistungsdruck und eine generell schlechte Atmosphäre am Arbeitplatz sind bezüglich der Gesundheit nicht zu unterschätzen. Nicht umsonst spricht man beim Burn Out Syndrom auch von einem Infarkt der Seele, es wurde sich schlichtweg zuviel zugemutet und die eigenen Bedürfnisse konstant außer Acht gelassen. Das mag der Körper und die Seele eine Zeit lang mitmachen, aber früher oder später rächt sich solch ein Lebensstil. Im Idealfall legt der Mensch Wert auf Prävention, also auf vorbeugende Maßnahmen sowie gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, ausreichende Erholungsphasen, welche mit Leistung nichts gemein haben. Regelmäßig in sich hineinhorchen und entsprechend reagieren kann schwere Folgeschäden vermeiden.

Symptome

Von Burn-Out Betroffene streben nach immer größeren Erfolgserlebnissen, welche sie mit der Zeit dennoch immer weniger zufrieden stellen. Hier beginnt der Teufelskreislauf. Es wird immer mehr und vermeintlich wichtigeres geleistet, um das gewünschte Wohlbefinden wieder herzustellen. Da ein Wohlbefinden sich jedoch immer schwächer einstellt, wird mehr und mehr geleistet, bis die Leistung an sich zum Lebensinhalt geworden ist. Alles andere im eigenen Leben oder dem Leben von Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern wird zur Nebensächlichkeit degradiert, schlimmer noch, lediglich für die eigenen Zwecke eingespannt. Hobbys oder andere Annehmlichkeiten werden rücken in den Hintergrund, weil diese Dinge keinem leistungsorientierten Zweck dienen.

Auswirkungen

Tatsächlich kann es eine ganze Weile dauern, bis der Betroffene merkt, das mit ihm etwas nicht stimmt. Leichte körperliche Symptome nimmt er zwar zur Kenntnis, tritt deshalb aber keineswegs kürzer, das wäre einer Schwäche gleichzusetzen, welche einer Spitzenleistung im Weg stünde. Da die ersten Symptome wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Leistungsdruckgefühl meist nicht beachtet werden, greift der Körper zu immer drastischeren Reaktionen. Irgendwann schließlich ist die Psyche und der Körper so ausgebeutet worden, das gar nichts mehr geht. Die einfachsten Aufgaben wie Briefe frankieren oder Wäsche aufhängen scheinen unmöglich. Der PBetroffene kommt nicht mehr umhin, seinen desolaten Zustand anzuerkennen und ärztlichen Rat und Hilfe zu konsultieren. Nicht selten kommen Schlafstörungen und Depressionen hinzu, welche den Betroffenen in ernste Suchtprobleme führen können.

Neuanfang für den Patienten

Jeder Patient mit Burn-Out-Syndrom durchläuft einen unterschiedlichen Verlauf deSymptome, es gibt nicht das einheitliche Bild. Auch deshalb benötigt eine erfolgreiche Therapie entsprechende Zeit. Der Arzt oder Therapeut muss zunächst die Ursachen, den Verlauf und den Menschen an sich kennen lernen, bevor er geeignete Maßnahmen verordnen kann. Eine Burn-Out Selbsthilfegruppe kann ebenfalls eine große Hilfe sein zumal wenn Sie durch die ehrliche Hilfe von Familienmitgliedern unterstützt wird. Bei der Heilung von Körper und Psyche bedarf es immer einer direkten Konfrontation mit sich selbst und seinen Bedürfnissen. Die Rückkehr in den Alltag ist meist ein langwieriger und nicht einfacher Prozess. Auf keinen Fall jedoch kann kann die Rückkehr in alte Verhaltensmußter aufgenommen werden - Rückfälle sind nicht selten zu verzeichnen. Der regelmäßige Kontakt zum Arzt ist daher unerläßlich.

/ Redaktion 15.7.2009

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