Kneipp- Kur

Kneipp-Kur

Kneipp-Kur: ausgewogene Balance von Körper, Geist und Seele

Ursprünglich war es Johann Siegmund Hahn, der gemeinsam mit seinem Vater der Wasserheilkunde in Deutschland den Weg bereitete. Er veröffentlichte 1738 eine Abhandlung über die Wirkung des frischen Wassers auf Kranke, die über 100 Jahre später der junge, an Tuberkulose erkrankte Student Sebastian Kneipp zufällig entdeckte. Daraus entstand die Kneipp-Kur.

Kneipp wendete die Ratschläge Hahns an sich selbst an und nahm nach dessen Anweisungen mehrmals Bäder in der eiskalten Donau, die seine Gesundheit wieder herstellten. Im Verlaufe der nachfolgenden Jahre entwickelte er daraus sein eigenes Behandlungsverfahren, das allerdings mehr umfasst als nur etwa Wassertreten oder wechselwarme Güsse. Zu seiner Zeit hatte er oft gegen die Ansichten und Bedenken der klassischen Medizin zu kämpfen, heute sind seine Therapien als alternative Heilungsmethoden und Ergänzung der Schulmedizin weltweit und wissenschaftlich anerkannt. Kneipp setzte dabei auf die ausgewogene Balance von Körper, Geist und Seele und stützte seine Therapie auf folgende Säulen: Wassertherapie, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Abhärtung sowie die Phytotherapie.

Kneipp-Kuren helfen sowohl vorbeugend als auch bei bereits bestehenden Herz- Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Abwehrschwäche und vegetative Störungen.

Bei der Hydrotherapie, also der Anwendung von Wasser zu heilenden Zwecken, wird vor allem die Reizreaktion des Körpers auf Wasser durch Bäder, Waschungen, Güsse, Wickel und Dampfanwendungen ausgenutzt. Beim Wassertreten zum Beispiel wird in kaltem Wasser auf der Stelle getreten. Ein Bein sollte sich dabei immer im Wasser befinden und eines außerhalb. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sich die Füße vor Anwendung warm anfühlen. Nach etwa einer halben Minute, wenn sich die Füße und Unterschenkel kalt anfühlen, sollte das Wasser verlassen werden, die Füße aber nicht abgetrocknet, sondern durch Bewegung erwärmt werden, bevor man ein weiteres Mal ins Wasser steigt. Diese Methode lässt sich sehr leicht zu Hause in einer Schüssel, der Wanne oder Dusche durchführen. Sie wirkt sich positiv auf die Durchblutung aus, beugt Krampfadern und Migräne vor, hat positive Effekte bei Einschlafstörungen und stärkt allgemein die Abwehrkräfte. Gleiche Wirkungen wird dem Barfußlaufen im Schnee sowie durch eine taunasse Wiese zugeschrieben. Das Laufen ohne Schuhe stärkt außerdem die Muskulatur und kommt Kneipps These entgegen, nichts Einengendes zu tragen. Bei den Kneippschen Güssen werden verschiedene Zonen des Körpers mit einem kalten Wasserstrahl behandelt. Allerdings sollten bei bereits bestehenden Vorerkrankungen wie Durchblutungsstörung, Neigung zu Thrombose, niedriger Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen und anderen unbedingt der Arzt vorher befragt werden.

Neben der Wasseranwendung regte Kneipp eine Ernährung, bestehend aus gesunder Vollwertkost, sowie die Nutzung der heilenden Wirkung von Naturpflanzen an. Anders als bei den heute so oft anzutreffenden Diäten, bei denen der Körper zu Gunsten des Verzichtes auf Fett oder Kohlehydraten nur einseitig ernährt wird und die zudem die Gefahr eines Yo-Yo- Effektes in sich bergen, geht man bei einer Vollwertkost davon aus, dem Körper Nährstoffe in ausreichender Menge, dem richtigen Verhältnis und der richtigen Form zuzuführen. Vollwertkost kann, muss aber nicht, vegetarisch sein.

Um Beschwerden zu lindern und Krankheiten vorzubeugen bedarf es in vielen Fällen nicht unbedingt teurer Medikamente. Die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten, unterstützend auf den Körper einzuwirken und ihn lange Zeit gesund zu halten. Kneipp- Kuren sind dafür ein gutes Beispiel.

/ Redaktion 28.7.2009

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