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Pflegeversicherung

Welche Leistungen werden eigentlich durch die Pflegeversichrung gedeckt? Was erhalte ich von der Pflegeversicherung? Die Pflegeversicherung trat erstmals im Jahr 1995 in Kraft. Bereits zum Start deckte Sie nicht alle Kosten für die Pflege Hilfsbedürftiger ab. Die Pflegeversicherung ist daher lediglich als Teilkasko-Versicherung zu verstehen.

Ein Platz in einem Pflegeheim kann leicht mit 3000 bis 4000 Euro zu buche schlagen. Für die Häusliche Pflege sind die Kosten häufig sogar noch höher. Für eine Rund-um-die Uhr Betreuung sind häufig 5000 Euro im Monat fällig. In Ihrer höchsten Stufe (Pflegestufe 3) werden zur Zeit aber nur 1432 Euro im Höchstfall gezahlt. Ab dem Jahr 2012 soll dieser Betrag höchstens auf 1550 Euro angehoben werden - bei steigenden Kosten im Pflegesystem.

Da bei einer Unterfinanzierung die Sozialhilfe greift, muß teilweise der Staat einspringen. Die Sozialämter holen sich aber häufig das Geld aus Reserven der Nachkommen zurück. Ein unseeliger Kreislauf, da die Kinder dann weniger Geld für ihre eigene Altersvorsorge zurücklegen können.

Ein häufig gewählter Ausweg ist der Rückgriff auf illegale Pflegekräfte, zum Beispiel aus Osteuropa. Die Schätzungen liegen zwischen 60 und 300Tsd. schwarz Beschäftigten Pflegekräften, die in Deutschland tätig sind.

Die Pflege in einem Heim ist teurer als die Pflege daheim durch Angehörige oder durch einen ambulanten Pflegedienst. Erst die Rundum-Betreuung Daheim übertrifft die Kosten eines stationären Pflegeheims. Die Versicherungen zahlen daher weniger für eine häusliche Betreuung als für die Heimbetreuung. Pflegen Angehörige oder auch Nachbarn die pflegebedürftige Person wird ebenfalls weniger gezahlt, als wenn Profis die Pflege übernehmen.

In der Pflegeversicherung werden drei Stufen unterschieden. Die Einordnung eines Pflegebedürftigen in eine der Stufen wird durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) vorgenommen.

Pflegestufe 1 beinhaltet Pflewgefälle, die erheblich pflegebedürftig sind und mindestens 90 Minuten pro Tag Hilfe benötigen. Zu dieser Hilfe zählen zum Beispiel Anziehen, Essenszubereitung und Körperpflege.

In Pflegestufe 2 werden schwer pflegebedürftige Fälle eingeordnet, die mindestens drei Stunden Hilfe am Tag benötigen.

Pflegestufe 3 umfasst Personen, die schwerst Pflegebedürftig sind und mindestens fünf Stunden am Tag Hilfe benötigen. In dieser Pflegestufe sind meist Menschen eingeordnet, die langfristig bettlägerig sind.

Daneben gibt es sogenannte Härtefälle, die von den Kassen allerdings sehr selten anerkannt werden. Hier wird eine Pflege rund um die Uhr vorausgesetzt, die meist mehr als einen Betreuer in Anspruch nimmt.

2007-06-19 von Frank Ristau


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