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Generika

Generika Als Generika werden Arzneimittel bezeichnet, die eine Kopie eines bereits auf dem Markt befindlichen Medikamentes sind. Ein Generikum ist demnach ein wirkungsgleiches Medikament eines anderen Originalpräparates. Generika können sich jedoch hinsichtlich der Technologie in der Herstellung und in den enthaltenen Hilfsstoffen vom Original unterscheiden.

Voraussetzung ist, dass das Generikum dem Original in Sicherheit und Wirksamkeit gleich stehen muss. Die Abweichung beträgt in der Praxis heute in der Regel weniger als fünf Prozent. Meistens sind Generika unter einem internationalen Freinamen des enthaltenen Wirkstoffes sowie einem Zusatz, der auf den Herstellernamen verweist, erhältlich. Es sind jedoch auch Generika erhältlich, die unter einem eigenen Handelsnamen die patentfreien Wirkstoffe anbieten.

Der Vorteil eines Generikums liegt darin, dass es in der Regel wesentlich günstiger erhältlich ist als das originale Präparat. Dieses ist möglich, da für die Entwicklung keine Forschungskosten entstehen und die Entwicklungskosten gering sind. Die Ersparnis bei einem Generikum kann bis zu 2/3 unter dem Preis des Originalproduktes liegen. Einige Hersteller von Generika verändern diese auch in der Form, dass sie beispielsweise leichter zu schlucken sind, sich leichter zerteilen lassen oder auch einen besseren Geschmack besitzen als die Originalprodukte.

Eines der bekanntesten Generika ist Aspirin. Der enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure wurde ursprünglich durch das Unterehmen Bayer AG aus Leverkusen entwickelt und als Aspirin vertrieben. Der Wirkstoff ist heute Bestandteil vieler Generika.
Die Entwicklung von Generika ist jedoch beispielsweise durch das Patentrecht eingeschränkt. Patentgesetze haben in der Regel eine Laufzeit von 20 Jahren. Durch eine Richtlinie des Europäischen Arzneimittelrechts, dürfen zudem Generika erst zehn Jahre nach dem Originalpräparat in den Handel gebracht werden. In der Regel ist eine Markteinführung eines Generikums jedoch nach etwa zehn bis 15 Jahren nach der ersten Zulassung möglich.

Generika werden in derselben Art und Weise zugelassen wie auch andere Medikamente. Die Zulassung erfolgt über das zentrale Zulassungsverfahren in Europa oder das gegenseitige oder dezentrale Anerkennungsverfahren. Auch das nationale Zulassungsverfahren des jeweiligen Landes ist zu beachten.

Generika gehören heute fest in die Therapie mit Arzneimitteln und haben sich etabliert. Allerdings können Generika auch einige Nachteile haben. Hierzu gehört beispielsweise, dass sie sich nicht in jedem einzelnen Fall eignen. Bei einigen Arzneimitteln ist der Spielraum sehr gering wie z.B. bei Antiepileptika oder bei Blutverdünnern. Die zulässigen Werte können bei den Generika jedoch variieren. Auf diese Abweichungen reagiert der menschliche Organismus unterschiedlich. Generika können zudem auch allergische Reaktionen auslösen, wenn bestimmte Hilfsstoffe zur Verwendung kommen, die das originale Präparat nicht hat.

Da im Generikum in der Regel jedoch die gleichen Wirkstoffe enthalten sind wie im Originalpräparat, ist es normalerweise kein Problem Antibiotika oder Schmerzmittel durch ein Generikum zur ersetzen.

( Lexikon Allgemein )

Diagnosen laut ICD-10:


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