2004-09-29

KKH legt erstes Weißbuch Prävention vor / Arbeitslose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders betroffen


Berlin (ots) -

Presseerklärung Kurzversion

Im bundesdeutschen Gesundheitswesen könnten Jahr für JahrMilliarden Euro eingespart werden: durch Prävention und Vorbeugung.Der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion imGesundheitswesen hat im Jahr 2000 sogar von einem langfristigenSparpotential von rund 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten gesprochen.Doch Prävention und Vorbeugung sind noch immer Stiefkinder unsererGesundheitsversorgung. Zum ersten Mal legt die KaufmännischeKrankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen HochschuleHannover (MHH) bundesweite Zahlen zur Volkskrankheit Nummer 1, denHerz-Kreislauf-Erkrankungen, vor.

Gemeinsam mit Horst Seehofer, dem stellvertretenden Vorsitzendender CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, präsentierte IngoKailuweit, der Vorstandsvorsitzende der KKH, das erste "WeißbuchPrävention" der Öffentlichkeit in Berlin."Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die vergleichsweise höchstenAusgaben und nehmen in Deutschland die ersten drei Plätze der zehnhäufigsten Todesursachen ein", sagte der Chef der viertgrößtenErsatzkasse Deutschlands. "Das Weißbuch Prävention der KKH bietet",so Horst Seehofer, "eine umfassende Bestandsaufnahme dieserKrankheitsgruppe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zuraktuellen Diskussion über die Finanzierung und die Zukunft unseresGesundheitswesens." Denn internationalen Studien zufolge sind rund 80Prozent der koronaren Herzerkrankungen auf potentiell veränderbareVerhaltensweisen zurückzuführen.

Die KKH hat in ihrem Weißbuch Prävention die anonymisiertenRoutinedaten ihrer Versicherten im BereichHerz-Kreislauf-Erkrankungen bundesweit ausgewertet. Dabei zeigtesich, dass die Krankheitsrisiken nach Alter, Geschlecht,Berufszugehörigkeit und Region ungleich verteilt sind. So sindbeispielsweise arbeitslose Frauen und Männer am häufigsten vonHerz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Sie verursachen die höchstenkassenseitigen Ausgaben. "Die steigende Arbeitslosigkeit inDeutschland ist so gesehen nicht nur ein Problem für dieBundesagentur für Arbeit, sondern mit einem deutlich erhöhtenKrankheitsrisiko für den Einzelnen und mit weitüberdurchschnittlichen Gesundheitskosten für die gesetzlicheKrankenversicherung verbunden", sagte Kailuweit. DieAnalyse-Ergebnisse der KKH-Daten verdeutlichen die hohe Relevanz derPrävention gerade im Bereich der Herzerkrankungen. Zugleich zeigensie die Notwendigkeit eines zielgruppenorientierten Vorgehens auf.Und die den Krankenkassen per Gesetz gestellte Aufgabe, für einenAusgleich sozial bedingter ungleicher Gesundheitschancen zu sorgen,kann nur bei einem unterstützenden Engagement des Staates erfolgreichbewältigt werden.

Presseerklärung (Langversion)

Im bundesdeutschen Gesundheitswesen könnten Jahr für JahrMilliarden Euro eingespart werden: durch Prävention und Vorbeugung.Der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion imGesundheitswesen hat im Jahr 2000 sogar von einem langfristigenSparpotential von rund 25 bis 30 Prozent der Gesamtkosten gesprochen.Doch Prävention und Vorbeugung sind noch immer Stiefkinder unsererGesundheitsversorgung. Zum ersten Mal legt die KaufmännischeKrankenkasse (KKH) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen HochschuleHannover (MHH) bundesweite Zahlen zur Volkskrankheit Nummer 1, denHerz-Kreislauf-Erkrankungen, vor.

Gemeinsam mit Horst Seehofer, dem stellvertretenden Vorsitzendender CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, präsentierte IngoKailuweit, der Vorstandsvorsitzende der KKH, das erste "WeißbuchPrävention" der Öffentlichkeit in Berlin."Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die vergleichsweise höchstenAusgaben und nehmen in Deutschland die ersten drei Plätze der zehnhäufigsten Todesursachen ein", sagte der Chef der viertgrößtenErsatzkasse Deutschlands. "Das Weißbuch Prävention der KKH bietet",so Horst Seehofer, "eine umfassende Bestandsaufnahme dieserKrankheitsgruppe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zuraktuellen Diskussion über die Finanzierung und die Zukunft unseresGesundheitswesens." Denn internationalen Studien zufolge sind rund 80Prozent der koronaren Herzerkrankungen auf potentiell veränderbareVerhaltensweisen zurückzuführen. Hier gelte es, dieEigenverantwortung der Menschen zu stärken.

Krankheitsrisiken sind ungleich verteilt

Die KKH hat in ihrem Weißbuch Prävention als erste Krankenkassedie anonymisierten Routinedaten ihrer Versicherten für die Jahre 2000bis 2002 im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bundesweitausgewertet. Hierbei ergaben sich auffallende Unterschiede in derHäufigkeit von Diagnosen nach Regionen, Berufsgruppen, Alter undGeschlecht.

- Während beispielsweise in den neuen Ländern die Krankheitsgruppe "Hypertonie" (Bluthochdruck) dominiert, sind die Diagnosen "chronische ischämische Herzkrankheit" und "akuter Myocard-Infarkt" (Herzinfarkt) in den alten Bundesländern am stärksten ausgeprägt.

- Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen zum Teil große Unterschiede hinsichtlich der Häufigkeit von Diagnosegruppen und den damit verbundenen Ausgaben. So differieren zum Beispiel die anteiligen Kosten für die Diagnose "chronische ischämische Herzkrankheit" zwischen den höchsten (Saarland) und den geringsten Ausgaben (Bremen) um den Faktor 3,63.

- Eine differenzierte Betrachtung einzelner Versichertengruppen zeigt eine deutliche Zunahme der ischämischen Herzkrankheit und weiterer Krankheiten des Kreislaufsystems im mittleren Lebensalter (zwischen 40 und 60 Jahren) und insbesondere ab dem 60. Lebensjahr. Damit verbunden ist ein Anstieg der Ausgaben mit zunehmendem Alter, der sowohl auf vermehrte Ausgaben für Krankenhausaufenthalte als auch Medikamentenverordnungen und Krankengeldbezug zurückzuführen ist.

- Herzinfarkt wird bei Männern drei- bis viermal häufiger diagnostiziert als bei Frauen.

- Bei den weiblichen Versicherten der KKH sind insbesondere die Berufsgruppen "Bürofach-/-Hilfskräfte" und "Warenkaufleute" von Herzerkrankungen betroffen. Hinzu kommen Gesundheitsberufe wie Krankenpflegerinnen, Arzthelferinnen, aber auch sozialpflegerische Berufe und Berufe der Datenverarbeitung.

- Bei den männlichen Versicherten gilt dies insbesondere für "Berufskraftfahrer", "Lagerarbeiter" sowie für "Manager und Organisatoren".

- Arbeitslosigkeit macht krank

Arbeitslose Frauen und Männer sind am häufigsten vonHerz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Sie verursachen die höchstenkassenseitigen Ausgaben.

"Die steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland ist so gesehennicht nur ein Problem für die Bundesagentur für Arbeit, sondern miteinem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko für den einzelnenBetroffenen und mit weit überdurchschnittlichen Gesundheitskosten fürdie gesetzliche Krankenversicherung verbunden", so Kailuweit.

Zielgruppenorientierte Präventionsangebote und neue ZugangswegeDie Analyse-Ergebnisse der KKH-Daten verdeutlichen die hohe Relevanzder Prävention gerade im Bereich der Herzerkrankungen. Zugleichzeigen sie die Notwendigkeit eines zielgruppenorientierten Vorgehensauf. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Personengruppen, diebislang kaum an präventiven Interventionen teilgenommen haben. Hierzuzählen vor allem Arbeitslose, aber auch Männer im Allgemeinen. Umdiese Menschen für eine stärkere Teilnahme an Präventionsmaßnahmen zugewinnen, sind neue Zugangswege mit aktiver Ansprache erforderlich.Zugleich müssen die präventiven Inhalte und die Vermittlungsformendem jeweiligen Lebensumfeld angepasst werden. Dabei ist zuberücksichtigen, dass Berufsgruppen mit Schichtarbeit oder hoherMobilität mit dem traditionellen und starren Kursprogramm nichterreicht werden können. Hier sind ebenfalls neue organisatorischeKonzepte erforderlich.

Die im Weißbuch Prävention zusammengetragenen Studienergebnissebestätigen erneut, wie wichtig und notwendig die von den Kassenfinanzierten verhaltensbezogenen Präventionsangebote sind, um dieVersicherten zu einem gesundheitsgerechten Verhalten (ausgewogeneErnährung, mehr Bewegung, Verzicht auf Zigaretten und bessereStressbewältigung)zu befähigen. Hier gilt es anzuknüpfen und durcheine verbesserte Zielgenauigkeit von Maßnahmen (verstärkteRisikoorientierung) die Wirksamkeit und Effizienz primärpräventiverInterventionen zu steigern. Und schließlich muss der Staat zu einemstärkeren inhaltlichen Engagement im Bereich Prävention bereit sein.Daher fordert die KKH u. a. eine stärkere Förderung des Schulsportsund der Gesundheitserziehung.

Die Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit sowiedie Einflussmöglichkeiten der Krankenkassen im Hinblick auf einengesundheitsgerechten Lebensstil ihrer Versicherten stoßen dort anGrenzen, wo es um krankmachende Strukturen, um gesundheitsschädigendeArbeits- und Umweltbedingungen geht. Hier sind der Aufbau und dieStärkung gesundheitsdienlicher Ressourcen, z. B. Bildung, Einkommen,soziale Sicherheit, angesprochen. Die im § 20 SGB V den Krankenkassengestellte Aufgabe, für einen Ausgleich sozial bedingter ungleicherGesundheitschancen zu sorgen, kann nur bei einem unterstützendenEngagement des Staates erfolgreich bewältigt werden.

Dem Versuch, den Kassen über eine "Präventionsstiftung" Finanzenund Kompetenzen zu entziehen, erteilte Kailuweit eine Absage: "DieKrankenkassen müssen auch weiterhin eigenverantwortlich entscheidenkönnen, in welche Maßnahmen der Prävention sie die Gelder ihrerVersicherten investieren." Die KKH hat frühzeitig qualifizierteBonusprogramme für ihre Versicherten eingeführt. "Die Ergebnisse desWeißbuches Prävention bestätigen, dass die KKH mit ihremPro-Boni-Programm zu Recht auf Qualität setzt", sagte Seehofer.

Presseerklärung, Statements, Fotos und das Weißbuch Präventionkönnen Sie downloaden: www.kkh.de

Redaktion: Susanne Jauch

ots Originaltext: Kaufmännische Krankenkasse - KKHIm Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:

KKH - Die KaufmännischePressesprecher: Frank AhnefeldKarl-Wiechert-Allee 6130625 HannoverE-Mail: presse@kkh.deInternet: www.kkh.deTelefon: 0511 2802-1610Telefax: 0511 2802-1699

Kaufmännische Krankenkasse - KKH

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