News vom 18.02.2014 - 10:45 Uhr

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SLIT - Die sublinguale Immuntherapie gegen Heuschnupfen / Impfung auch ohne Piekser möglich!

Mainz (ots) -

Anmoderationsvorschlag: Heuschnupfengeplagte haben - bedingt durch den relativ warmen Winter - in diesem Jahr schon sehr früh erste Beschwerden: laufende Nasen, tränende Augen und auch Luftnot. Eine viel versprechende Behandlung dieser Pollenallergie ist die Impfung dagegen, Hyposensibilisierung genannt. Das ging bislang nur mit einem Piekser, also einer Spritze, aber seit einigen Jahren kann der Patient das auch von zuhause aus machen mit Tabletten und Tropfen. Zu diesem Thema haben wir einige Fragen an Dr. Günter Gerhardt aus Mainz, ich grüße Sie!"

Begrüßung: "Hallo!"

1. Herr Dr. Gerhardt, so einen richtigen Winter hatten wir bislang noch nicht, es war wie die Meteorologen sagen für die Jahreszeit zu warm, fast schon frühlingshaft und hat viel geregnet. Trotzdem sind viele Menschen erkältet, die Nasen laufen. Das hat aber mit Heuschnupfen nichts zu tun, oder?

O-Ton 1 (Dr. Günter Gerhardt, 0:18 Min.): "Ein klares NEIN wäre an dieser Stelle falsch. Die laufenden Nasen sind derzeit sicherlich die Folge einer Erkältung, aber in einigen Regionen Deutschlands sind bereits Haselpollen unterwegs. In den nächsten Wochen folgen dann noch die Erlen und Birkenpollen und ab Mai die Gräserpollen."

2. Und gegen diese Pollen kann man sich impfen lassen?

O-Ton 2 (Dr. Günter Gerhardt, 0:20 Min.): "Ja, ansonsten geht das Naseschnäuzen gerade so weiter, auch ohne Erkältung. Das Zauberwort heiß Hyposensibilisierung, das ist so eine Art von Impfung. Diese braucht jedoch einige Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten, weshalb ein Start jetzt bevor die Gräserpollen fliegen, ideal wäre.."

3. Ist eine Hyposensibilisierung nicht sehr aufwendig? Jede Woche zum Arzt gehen, langes Warten in der Praxis vor und nach der Behandlung und nicht zuletzt der wöchentliche Stich in den Oberarm.

O-Ton 3 (Dr. Günter Gerhardt, 0:22 Min.): "Nein, muss doch dieser Piekser nicht mehr sein. Der - ich nenne es mal Impfstoff - kann heute auch ganz bequem zuhause als Tablette oder in Tropfenform unter die Zunge gelegt bzw. getropft und dann geschluckt werden. Man nennt das sublinguale Immuntherapie, abgekürzt SLIT."

4. Ist diese SLIT denn genauso wirksam wie die bisherige Therapie mit Spritzen?

O-Ton 4 (Dr. Günter Gerhardt, 0:41 Min.): "Ganz klares JA! Die volle Wirkung wird bei beiden Behandlungsmöglichkeiten zwar erst nach ca. 3 Jahren erzielt, aber erste Untersuchungen zeigen, dass sich bereits sehr viel früher ein Erfolg einstellt. Erfolg heißt in diesem Fall weniger Beschwerden und damit auch weniger Medikamente wie Nasensprays und Augentropfen. SLIT ist nicht nur eine für den Patienten bequemere, sondern auch sichere Methode zur Hyposensibilisierung, also Impfung gegen die Allergie. Und nicht zu vergessen, gerade Kindern oder auch erwachsenen Menschen mit Angst vor Nadeln kommt diese, ich nenne es mal Schluckimpfung, sehr entgegen."

5. Aber warum kann ich mir nicht einfach weiter im Frühjahr, Sommer und auch Herbst mit Taschentüchern, Sprays und Tropfen helfen?

O-Ton 5 (Dr. Günter Gerhardt, 0:44 Min): "Klar kann man das weiterhin machen. Häufig hört man Allergiker auch sagen: "Es ist die letzten Jahre doch schon besser geworden." Dabei verlieren viele aus den Augen, dass Allergien äußerst wetterabhängig sind... In einem verregneten Frühjahr fliegen beispielsweise viel weniger Pollen als in einem warmen und sonnigen Frühling. Und wenn wir jetzt daran denken wie unterschiedlich die vergangenen Frühjahre und Sommer waren, wird klar, dass wir uns da in einer falschen Sicherheit wiegen. In Wahrheit steigt mit jedem Jahr sogar das Risiko für einen sogenannten Etagenwechsel hin zur Lunge. Das ist eine deutliche Verschlimmerung der Allergie, im schlimmsten Fall mit Entwicklung eines allergischen Asthmas."

6. Okay, das ist natürlich nicht wünschenswert, aber an wen wende ich mich, wenn ich eine Therapie machen möchte. Kann mein Hausarzt das machen?

O-Ton 6 (Dr. Günter Gerhardt, 0:43 Min): "Generell kann jeder Arzt eine Hyposensibilisierungstherapie durchführen, also auch der Hausarzt. Häufig sind das aber v.a. Haut- Lungen- oder HNO Fachärzte. In jedem Fall ist der Hausarzt der geeignete Ansprechpartner, denn wenn er selber auch keine solche Therapie anbietet, so kann er dennoch an die Kollegin, den Kollegen überweisen. Wichtig ist es auch die Behandlung im Folgejahr fortzuführen. Meist dauert eine vollständige Hyposensibilisierung zwischen 3 und 5 Jahren, eine Zeit, die nach meinen Erfahrungen aber durchaus lohnend investiert ist und in der es den Patienten schon kurz nach dem Beginn der Behandlung besser geht."

Das war der Arzt Dr. Günter Gerhardt mit seinen Erfahrungen zum Thema Sodbrennen. Vielen Dank dafür.

Verabschiedung: "Bitte, gern geschehen!"

Abmoderationsvorschlag: Mehr darüber erfahren Sie im Internet unter www.wissen-gesundheit.de

ACHTUNG REDAKTIONEN: Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte an @newsaktuell.de.

Pressekontakt: Wissen Gesundheit GmbH Dr. Günter Gerhardt An der Fahrt 13 55124 Mainz Tel.: +49 (0) 6131 / 622 505-0 Fax: +49 49 (0) 6131 / 622 505-5 Email: info@wissen-gesundheit.de Web: www.wissen-gesundheit.de

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