News vom 02.01.2019 - 09:59 Uhr

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Ausblick auf 2019: Neue Medikamente können die Versorgung vieler Patienten verbessern

Berlin (ots) -

"Für viele Patientinnen und Patienten wird es 2019 neue Behandlungsmöglichkeiten für ihre Leiden geben. Denn Pharma-Unternehmen haben für zahlreiche neue Medikamente die europaweite Zulassung beantragt - oder bereits erhalten - und könnten diese in diesem Jahr auf den Markt bringen." Das sagte Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), heute in Berlin. Der Verband schätzt, dass auch 2019 in Deutschland wiederum mindestens 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff eingeführt werden.

Gegen Infektionskrankheiten

In diesem Jahr könnten gleich mehrere neue Antibiotika verfügbar werden, die auch bei Bakterien mit Resistenzen gegen einige ältere Medikamente wirksam sind. Denn zwei Mittel haben bereits die Zulassung erhalten, und für vier weitere ist die Zulassung beantragt.

Andere Medikamente, die kommen könnten, sind gegen Grippe, Milzbrand und HIV-Infektionen gerichtet. Ein monoklonaler Antikörper soll beispielsweise für HIV-Infizierte herauskommen, bei denen die bisher verfügbaren Therapien versagt haben.

Gegen Krebserkrankungen

2019 wird erneut rund ein Drittel der neuen Medikamente gegen eine Krebserkrankung gerichtet sein. "Der Bedarf an weiteren Verbesserungen für die Onkologie ist hoch", kommentierte Fischer. "Denn fast jeder zweite in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an der einen oder anderen Art von Krebs; und Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache."

Bis zu vier Medikamente könnten gegen Lungenkrebs (genauer: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, NSCLC) herauskommen, der im fortgeschrittenen Stadium bislang schwer behandelbar ist. Weitere Medikamente im Zulassungsverfahren richten sich gegen kutanes Plattenepithelkarzinom (eine Form von Hautkrebs), gegen bestimmte Leukämien und Formen des Lymphknotenkrebs sowie gegen Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs.

Für ein weiteres Krebsmedikament ist die Zulassung nicht gegen eine bestimmte Krebsart beantragt; vielmehr soll es organübergreifend der Bekämpfung von solchen Tumoren dienen, die bestimmte Mutationen im NTRK-Gen aufweisen. Dazu Fischer: "Dass erstmals in der EU für ein Krebsmedikament ein gen- statt organbezogenes Anwendungsgebiet festgelegt werden könnte, zeigt den Erkenntnisfortschritt der Krebsforschung auf molekularer Ebene. Für viele Patienten heißt dies, dass neue Behandlungsmöglichkeiten sie schneller als früher erreichen können." Denn es würde lange Zeit beanspruchen, für jedes Organ, in dem entsprechend mutierte Tumore auftreten können, eigene Studien durchzuführen.

In den letzten Jahren kamen verstärkt immunonkologische Medikamente heraus, die körpereigene Immunzellen gegen die Tumorzellen "mobilisieren". Auch 2019 könnte ein Medikament dieser Art dazukommen. Ansonsten dürften aber vor allem Medikamente die Versorgung erreichen, die direkt die Tumorzellen angreifen. Sie blockieren dazu beispielsweise die intrazelluläre Signalübertragung oder stören die DNA-Reparatur. Anders als Immunonkologika werden sie meist chemisch-synthetisch hergestellt.

Gegen Störungen der Blutgerinnung

Ein weiterer Schwerpunkt 2019 könnte bei Medikamenten für Patienten liegen, deren Blutgerinnung aufgrund eines Mangels an Gerinnungsfaktor VIII, an von-Willebrand-Faktor oder an Blutplättchen gestört ist. Auch für Patienten, die z.B. zur Schlaganfall-Prophylaxe bestimmte "Blutverdünner" einnehmen, könnte ein Mittel herauskommen, das z.B. vor einer Notfalloperation die volle Gerinnungsfähigkeit wieder herstellt.

Gegen weitere Erkrankungen

Zum breit gefächerten Spektrum der neuen Medikamente von 2018 könnten auch Mittel gegen Entzündungskrankheiten der Haut und der Blutgefäße sowie gegen Osteoporose gehören. Weitere Medikamente könnten das Repertoire an Mitteln zur Migräne-Prophylaxe erweitern.

Anders als Patienten mit dem häufigen Diabetes Typ 2 können Patienten mit der Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 ihren Blutzuckerspiegel bislang nur mit Insulininjektionen in Verbindung mit Ernährungskenntnissen regulieren. 2019 könnte erstmals ein Medikament zum Schlucken hinkommen, das die Zuckerkontrolle weiter verbessern soll.

Patienten mit seltenen Erkrankungen

Seit einigen Jahren bringen Pharma-Unternehmen verstärkt - wie politisch gewünscht - Medikamente für Patienten mit seltenen Krankheiten auf den Markt, sogenannte Orphan Drugs. 2019 dürfte das für rund ein Drittel der neuen Medikamente gelten. Erwartet wird unter anderem eine Gentherapie gegen die Lebersche Amaurose und die Retinitis pigmentosa - zwei angeborene Krankheiten, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Auch mehrere Medikamente gegen seltene Krebsarten wie das kutane T-Zell-Lymphom sind Orphan Drugs.

Medikamente mit neuem Fälschungsschutz

Um Patienten noch besser vor gefälschten Arzneimitteln zu schützen, werden die Arzneimittelhersteller 2019 die Packungen aller ihrer rezeptpflichtigen Medikamente - ob neu oder schon Jahre oder Jahrzehnte auf dem Markt - mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausstatten. Dadurch wird jede Packung zum Unikat und kann in Apotheken und Krankenhäusern auf Echtheit geprüft werden, ehe sie zum Einsatz kommt. Das entsprechende Sicherheitssystem securPharm, das Hersteller, Großhändler, Apotheken und Kliniken einschließt, wird im Februar seine Arbeit aufnehmen. Von Monat zu Monat werden dann immer mehr Packungen die Apotheken erreichen, die diese zusätzlichen Sicherheitsmerkmale tragen.

Dazu Birgit Fischer: "Die Pharma-Unternehmen des vfa haben seit 2013 viel investiert, um zum verbesserten Schutz der Patienten vor Fälschungen beizutragen. Mit der Auslieferung der neuen Packungen, der Pflege der zu securPharm gehörenden Datenbank der Hersteller und der Prüfung von solchen Packungen, die Apothekern aufgefallen sind, tragen sie ab Februar täglich zur gestärkten Fälschungsabwehr bei."

Disclaimer

Diese Pressemitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf laufenden und abgeschlossenen Zulassungsverfahren für neue Medikamente beruhen. Doch weder Dauer oder Ausgang der Zulas¬sungsverfahren noch die Termine kommender Markteinführungen lassen sich verbindlich angeben. Auch andere bekannte wie auch unbekannte Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass der tatsächliche Fortgang der Ereignisse wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweicht. Der vfa und seine Mitgliedsunternehmen übernehmen keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen. Die Angaben erheben auch für keinen Zeitpunkt den Anspruch auf Vollständigkeit.

Weitere Informationen

zu Krebsmedikamenten: www.vfa.de/krebsmedikamente-in-zulassung.pdf zu Antibiotika: www.vfa.de/neue-antibiotika zu Orphan Drugs: www.vfa.de/orphandrugs zu securPharm: www.vfa.de/faelschungsabwehr

Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 43 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland mehr als 80.000 Mitarbeiter. Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vfapharma

Pressekontakt: vfa Dr. Rolf Hömke Forschungssprecher Tel. 030 20604-204 r.hoemke@vfa.de

Original-Content von: vfa - Verband forschender Pharma-Unternehmen, übermittelt durch news aktuell

Statistik: Dieser Artikel besteht aus 1040 Wörtern und 7777 Zeichen. Veröffentlicht am 02.01.2019 - 09:59 Uhr in der Rubrik Wirtschaft. Link zum Original-Artikel (ots/presseportal.de).
Stichwöter zu diesem Artikel: Medizin,Gesundheit,Pharmaindustrie,Forschung,Arzneimittel.


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