News vom 02.03.2021 - 05:57 Uhr

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"Es darf keine einzige Impfdosis liegenbleiben" - Anästhesie-Präsident warnt vor neuen Engpässen auf den Intensivstationen - Krankenhäuser beim Impfen stärker einbinden

Nürnberg (ots) - Die deutschen Anästhesisten schlagen Alarm! Weil derzeit hunderttausende Impfdosen nicht genutzt werden, befürchten sie für die kommenden Wochen einen erneuten Anstieg der Patientenzahlen auf den Intensivstationen. Ein Großteil der Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner in den Kliniken sind Anästhesisten.

"Rate an Impfungen muss maximal gesteigert werden"

Für den Präsidenten der "Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin" (DGAI) ist es unverständlich, dass inzwischen große Mengen an Impfstoffen vorhanden sind, sich viele Menschen impfen lassen wollen, das System dem aber nicht folgt: "Die Rate an Impfungen in Deutschland muss maximal gesteigert werden. Hunderttausende Impfdosen sind nicht verabreicht. Das ist inakzeptabel! Es darf keine einzige Impfdosis liegenbleiben!" Von den rund 1,45 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca sind laut Bundesgesundheitsministerium bisher nur etwa 240.000 verimpft worden. Komplette Lieferungen der Fläschchen warten demnach in Lagern und Impfzentren auf ihre Verwendung.

Infrastruktur in den Krankenhäusern schon vorhanden!

Professor Wappler schlägt vor, die Krankenhäuser mit ihren schon vorhandenen "Impfstraßen" für die eigenen Mitarbeiter so schnell wie möglich in die Versorgung der Bevölkerung einzubinden. Dort seien bereits die notwendigen Infrastrukturen vorhanden, von der Anmeldung bis hin zur Überwachung nach der Impfung, um jeden Tag große Gruppen zu impfen.

Beanspruchung von Ärzten und Pflegekräften wird immer extremer

Wappler spricht für weit über 15.000 Anästhesistinnen und Anästhesisten bundesweit, von denen viele tausend schon während der ersten und der zweiten Corona-Welle auf den Intensivstationen gearbeitet haben. Sollte die Zahl der Impfungen in den nächsten Tagen nicht deutlich gesteigert und so größere Bevölkerungsgruppen vor dem Virus geschützt werden können, sind nach Einschätzung des DGAI-Präsidenten neue Engpässe auf vielen Intensivstationen unvermeidbar. Nach wie vor sind die Intensivbetten in einigen Regionen stark ausgelastet: "Auch eine solche dritte und vierte Welle würden wir meistern. Aber die Beanspruchung der Ärzte und Pflegekräfte wird immer extremer. Wir müssen auch an die Zeit nach Corona denken und verhindern, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kliniken allmählich den Rücken kehren."

Auch von der Politik fordert Wappler, eine spürbare Beschleunigung bei den Impfungen zu ermöglichen: "In dieser Situation ist es nicht zielführend, wieder neue Regelwerke aufzustellen. Und es darf auch nicht vom Bundesland abhängen, ob pragmatische Ansätze beim Impfen Anwendung finden. Vielmehr sollten effektive Lösungen für alle Impfwilligen bereitstehen."

Pressekontakt:

Medienbetreuung "Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin" (DGAI) / "Berufsverband Deutscher Anästhesisten" (BDA) Roritzerstraße 27 90419 Nürnberg

Telefon: 0911 93378-33

E-Mail: presse@dgai-ev.de presse@bda-ev.de

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Original-Content von: Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), übermittelt durch news aktuell

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