News vom 15.07.2021 - 07:30 Uhr

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Antibiotikaresistenzen vermeiden: / Blasenentzündungen mit pflanzlichen Senfölen behandeln

Eschborn (ots) - Antibiotikaresistenzen stellen weltweit eine stetig zunehmende Gefahr dar. In Europa sterben zur Zeit jährlich 33.000 Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen [1]. "Um deren Ausbreitung entgegenzuwirken, sollten bei einfachen Blasenentzündungen statt Antibiotika bevorzugt antibakterielle Pflanzenstoffe wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich eingesetzt werden [2-4]", fordert der Urologe Dr. Andreas Lucas, Dietzenbach. Damit könnten große Mengen Antibiotika eingespart werden, denn Blasenentzündungen seien im Praxisalltag einer der häufigsten Gründe für die Verordnung von Antibiotika. Zusätzliche entzündungshemmende Effekte der Pflanzenstoffe [5-10] ermöglichen neben der Beseitigung der Bakterien auch eine rasche Linderung der Beschwerden.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihrem jährlichen Bericht über den Forschungsstand zur Überwindung der Antibiotikaresistenz, dass dringend neue Antibiotika benötigt werden, aber die Entwicklung nicht vorankomme. Einige der gefährlichsten Bakterien der Welt hätten inzwischen Resistenzen gegen die bekannten Mittel entwickelt. Daher unterstützt sie neben der Entwicklung neuartiger Antibiotika auch die Erforschung alternativer Therapien [11].

In diesem Sinne werden in der für Ärzte wichtigen Therapieleitlinie "Unkomplizierte Harnwegsinfektionen" ebenfalls Behandlungsstrategien ohne Antibiotika empfohlen [12]. "Wird auf ein Antibiotikum verzichtet, ist es wichtig bei der Wahl des alternativen Arzneimittels darauf zu achten, dass es antibakteriell wirkt", empfiehlt der Urologe. Denn werden bei einer akuten Blasenentzündung die Beschwerden lediglich mit schmerz- und/oder entzündungshemmenden Medikamenten oder Arzneipflanzen ohne antibakterielle Wirkung behandelt, besteht durch aufsteigende Bakterien die Gefahr, eine Nierenbeckenentzündung zu entwickeln.

So können Blasenentzündungen zum Beispiel mit antibakteriellen und entzündungshemmenden Pflanzenstoffen wie den Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wirkungsvoll und gut verträglich behandelt werden. Verschiedene Laboruntersuchungen zeigen, dass Senföle aus den zwei Pflanzen eine Vielzahl von krankmachenden Keimen - darunter die häufigsten Erreger von Blasenentzündungen - bekämpfen [2-4] und auch gegen bakterielle Biofilme (Schutzschild mancher Bakterien gegen Antibiotika) wirken [13-16]. Da sie unter anderem über die Harnblase ausgeschieden werden und sich dort anreichern, entfalten sie direkt am Ort des Geschehens ihre keimabtötende Wirkung. Darüber hinaus hemmen die Pflanzenstoffe die Beweglichkeit der bakteriellen Erreger sowie deren Anheftung an die Zellen der Blasenwand. Es wird vermutet, dass wiederkehrende Blasenentzündungen durch ein Eindringen der Krankheitserreger in die Zellen der Blaseninnenwand hervorgerufen werden. Dort sind die Erreger für chemisch-synthetische Antibiotika sowie die körpereigene Immunabwehr nicht mehr erreichbar und können später zu einer erneuten Infektion führen.

Symptomlinderung durch entzündungshemmende Wirkung

"Da bei Blasenentzündungen die Entzündungsvorgänge primär für die Beschwerden verantwortlich sind, sollten bei der Therapie nicht nur die bakteriellen Erreger beseitigt, sondern begleitend auch die entzündliche Reaktion bekämpft werden", erläutert Lucas. Auch die entzündungshemmende [5-10] Wirkung der Senföle konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden. In Deutschland durchgeführte Beobachtungsstudien sowie eine klinische Studie belegen außerdem die gute Wirkung und Verträglichkeit der Pflanzenstoffe bei akuten und häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen [17-19].

"Um bei der Therapie von Blasenentzündungen unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden und darüber hinaus den zunehmenden Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, stellen die Senföle eine sinnvolle und wirksame Behandlungsmöglichkeit dar", resümiert Lucas. Zudem werde auf Grund der multimodalen Wirkansätze der Senföle bei Bakterien die Entwicklung möglicher Resistenzmechanismen gegen diese Pflanzensubstanzen deutlich erschwert.

Die Literaturquellen 1-19 können angefordert werden bei etzel@cgc-pr.com

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