News vom 19.08.2022 - 12:29 Uhr

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Neue Studie: Herpes-Viren erhöhen das Risiko für Alzheimer

München (ots) -

- Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Herpes-Viren Alzheimer begünstigen können

- Im Fokus steht das Herpes simplex-Virus Typ 1, aber auch das Varizella-Zoster-Virus könnte eine wichtige Rolle spielen

- 95 % der über 60-Jährigen tragen das Varizella-Zoster-Virus im Körper

Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsbericht aus den USA und Großbritannien deutet darauf hin, dass Herpes-Viren eine Alzheimer-Erkrankung begünstigen können.1 So lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Oxford Institute of Population Ageing, der University of Manchester und der Tufts University in Massachusetts (USA).

Bereits vor 30 Jahren fanden Forscher** das Herpes simplex-Virus Typ 1 in Gehirnzellen vieler älterer Menschen.2 Wird dieses reaktiviert, zum Beispiel durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das für Windpocken bzw. Gürtelrose verantwortlich ist, können Prozesse, die schließlich zu Alzheimer führen, in Gang gesetzt werden. Durch das aktive Herpes simplex-Virus Typ 1 können sich bei Patienten mit einer entsprechenden Prädisposition im Gehirn Proteine ansammeln, die mit Alzheimer in Zusammenhang stehen.3

Der Humanmediziner Dr. med. Michael A. Überall sieht die Studie als wichtige Arbeit in der Alzheimer-Forschung: "Die Ergebnisse dieser experimentellen Studie erweitern unseren Blick bezüglich der Entstehung einer Alzheimer-Erkrankung auf eine bislang eher vernachlässigte, aber absolut mögliche neue Ursache - chronische Viruserkrankungen." Umso wichtiger ist es deshalb, Herpes-Erkrankungen im Blick zu haben: "Circa 95 Prozent aller Erwachsenen tragen das Varizella-Zoster-Virus in sich und circa 50 Prozent das Herpes simplex-Virus Typ 1. Dieser "Trägerstatus" war für die meisten Betroffenen lange Zeit eher unbedeutend." Mit durchschnittlich zunehmendem Lebensalter und dem steigenden Anteil älterer Personen an der Gesamtbevölkerung spielt aber die altersbedingte Reaktivierung dieser Viren und die Bildung der Proteine, die für die Alzheimer-Erkrankung mitverantwortlich sind, eine größere Rolle. "Auch wenn wir noch nicht wirklich wissen, auf welchem Weg die genannten Eiweißkörper die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen, so ist zumindest klar, dass das Ausmaß von Bildung und Ablagerung von der Anzahl und der Schwere der VZV-Reaktivierungen abhängt und mit der Schwere der Alzheimer-Erkrankung in einem engen Zusammenhang steht."

"Sollte sich dieser Zusammenhang auch in klinischen Studien bestätigen, dann könnte sich über das VZV eine Möglichkeit ergeben, den Weg der Entstehung einer Alzheimer-Erkrankung vorbeugend zu beeinflussen bzw. ihn vielleicht sogar weitgehend zu verhindern, nämlich durch eine Impfung mit dem Lebendimpfstoff im Kindesalter zur Vermeidung der Erstinfektion mit VZV und mit Impfung Erwachsener mit dem Totimpfstoff zur Stärkung des Immunsystems und Verhinderung der Reaktivierung bereits im Körper befindlicher VZV."

Reaktivierung des VZV auch unabhängig von Alzheimer gefährlich

So gut wie jeder über 60-Jährige trägt hierzulande das Varizella-Zoster-Virus nach einer Windpocken-Erkrankung - meist in Kindertagen - in sich.4 Alters-, stress- und krankheitsbedingt kann es zu einer Reaktivierung des Virus kommen und eine Gürtelrose kann ausbrechen. Auch wenn der Name harmlos klingen mag, steckt dahinter eine schmerzhafte Erkrankung, die je nach Schwere der Ausprägung sehr gefährlich für die betroffene Person werden kann. Denn bei Gürtelrose ist meist nicht nur die Haut betroffen, auf der sich juckende Bläschen bilden, sondern es kommt oftmals auch zu Entzündungen der sich darunter befindenden Nervenzellen. Externe Reize durch Temperatur, Berührung oder Druck können dann zu schwer behandelbaren Nervenschmerzen führen. In nicht wenigen Fällen führt der Ausbruch einer Gürtelrose zu Komplikationen wie z. B. langanhaltenden Nervenschmerzen, die den Alltag der betroffenen Patienten noch über Jahre stark beeinträchtigen können. Bis zu 30 % erleiden eine sogenannte Post-Zoster-Neuralgie.5 Bricht die Gürtelrose z. B. im Gesicht aus, können u. a. auch der Seh- oder Hörnerv dauerhaft geschädigt werden.6 Auch Lähmungserscheinungen sind möglich.

Schutz vor Gürtelrose möglich

"Die entscheidende Maßnahme, der Reaktivierung dieser Viren und der Entstehung einer Gürtelrose vorzubeugen, ist die Stärkung des Immunsystems durch eine Impfung mit einem Totimpfstoff. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch entsprechend den aktuell geltenden Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) diese Impfung erhalten, um individuell den bestmöglichen Schutz nicht nur vor Gürtelrose und ihren vielfältigen Komplikationen zu bekommen, sondern auch um sein persönliches Risiko für die mögliche Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung zu senken", so Dr. Überall. Die STIKO empfiehlt Personen ab 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen bereits ab 50 Jahren eine Impfung gegen Gürtelrose.7

Über Gürtelrose

Gürtelrose tritt als Hautkrankheit in Erscheinung, ist aber eine Infektionskrankheit, die durch die Reaktivierung des Windpockenerregers ausgelöst wird. Mehr als 95 Prozent der Personen ab 60 Jahren hatten bereits Windpocken und tragen dadurch das Virus in sich.4 Eine von drei Personen erkrankt im Laufe des Lebens an Gürtelrose.7 Zum einen nehmen die Abwehrkräfte im Alter ab, wodurch eine Reaktivierung wahrscheinlicher wird. Zum anderen stecken sich Betroffene nicht an, sondern haben den Erreger bereits im Körper und dieser kann bei einer Schwächung des Immunsystems (z. B. durch Stress, COVID-19-Erkrankung) wieder aktiviert werden. Bei der Reaktivierung des Virus wandern die zuvor inaktiven Erreger aus den Nervenknoten entlang der Nervenfasern bis zu deren Enden an der Hautoberfläche. Dort entstehen als Reaktion die charakteristischen Bläschen, die sich gürtel- oder bandförmig um den Körper legen. Häufig ist nur eine Körperhälfte betroffen. Da das Virus über die Nervenbahnen zur Haut "wandert", treten häufig noch vor Auftreten der typischen Bläschen starke, "einschießende" Schmerzen auf. Weitere Symptome sind beispielsweise Abgeschlagenheit, Erschöpfung und teilweise über Monate anhaltende, stark brennende bis stechende Nervenschmerzen. Bis zu 30 Prozent der Betroffenen haben mit Komplikationen und Langzeitfolgen zu kämpfen.8 Manchmal dauert dies mehrere Monate, in anderen Fällen können die Schmerzen ein Leben lang anhalten. Daneben kann Gürtelrose auch zu Sehstörungen, einem vollständigen Seh- und Hörverlust sowie in seltenen Fällen auch zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.6

Mehr Informationen finden Sie unter: www.impfen.de/guertelrose

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Quellen:

1 Cairns MD et al., Journal of Alzheimer's Disease 2022, vol. 88, no. 3, pp. 1189-1200.

2 Jamieson, GA et al., 1991 J. of Medical Virology. vol:33 iss:4 pg:224.

3 Wozniak MA et al., 2004 J. of Medical Virology vol75 pp. 300-306.

4 Wutzler et al. 2001; Vaccine 20: 121-124.

5 Harpaz R et al. MMWR Recomm Rep 2008; 57: 1-40.

6 RKI (Hrsg.): Kurz & knapp: Faktenblätter zum Impfen. Herpes-zoster-Impfung; 2020.

7 Epidemiologisches Bulletin, 18/2020.

8 Hillebrand K; Journal of infection; 2015;70;178-186.

**Info: Gendergerechte Sprache: Dieser Text schließt prinzipiell alle Geschlechter mit ein. Zur besseren Lesbarkeit wird jedoch nur eine Geschlechtsform verwendet - welche das ist, liegt im Ermessen derjenigen, die den Text verfasst haben.

NP-DE-HZX-PRSR-220012, August 2022.

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